Anschauungsunterricht zum Thema Behinderung

Im Rahmen des fächerverbindenden Unterrichtsprojektes "Gegen Rechts" fuhren 15 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 Anfang Mai nach Dresden. Dort besuchten sie die Sonderausstellung "Der imperfekte Mensch - vom Recht auf Unvollkommenheit", welche in Zusammenarbeit mit der "Aktion Mensch" (früher: Aktion Sorgenkind) derzeit vom Deutschen Hygienemuseum präsentiert wird. In dieser Ausstellung wird auf eindrucksvolle Weise der historische und aktuelle Umgang mit behinderten Menschen in unserer Gesellschaft thematisiert.

Der Besuch dieser Ausstellung ergänzte die unterrichtliche Arbeit, die in den Fächern Kunst, Pädagogik und Deutsch in unterschiedlichen Themenkomplexen die Zeit des Nationalsozialismus durch die Behandlung von Themen wie "Entartete Kunst", "Analyse propagandistischer Redetechniken", "Umgang mit Behinderungen" und "Ursachen für jugendlichen Rechtsradikalismus" kritisch beleuchtete.

Im Vordergrund stand bei dem Besuch der Ausstellung das Interesse an der Dokumentation des nationalsozialistischen Umgangs mit Behinderten und Geisteskranken. Das menschenverachtende und grausame Vorgehen der Nazis wurde vor allem durch die exemplarische Darstellung von Einzelschicksalen eindringlich deutlich gemacht.

Doch das Gesamtkonzept der Ausstellung ermöglicht bewusst ebenso das Nachempfinden der begrenzten Wahrnehmungsmöglichkeiten bei verschiedenen Behinderungen. So zeigten sich die Schüler besonders beeindruckt von der Möglichkeit, die Perspektive eines Rollstuhlfahrers einzunehmen und typische Reaktionen der Mitmenschen zu erfahren. So sensibilisierte der Besuch  der Ausstellung nicht nur für die Probleme und Anliegen behinderter Mitmenschen, sondern bildete auch den Anlass für die Korrektur eigener Vorurteile. Einhellige Meinung aller Beteiligten: "Die anstrengende Fahrt hat sich gelohnt. So hautnah hätten wir die Gesamtproblematik ohne die Ausstellung nicht nachempfinden können."

Bezuschusst wurde die fahrt durch das Land NRW, welches durch die Aktion der Landesregierung "Kommunen gegen Rechtsextremismus" Unterrichtsprojekte, die sich mit der Problematik des Rechtsradikalismus beschäftigen, unterstützt, als auch durch die Aktion Mensch.

Die Erfahrungen und Eindrücke, die durch den Besuch gesammelt wurden, werden einfließen in eine Gesamtausstellung aller am Förderprogramm der Landesregierung beteiligten Gruppen und Institutionen der Stadt Zülpich. Diese Ausstellung ist geplant für den 9.11.2001 und das anschließende Wochenende. Die öffentliche Präsentation wird unter der Schirmherrschaft von Bürgermeister Wolfram Ander in der Martinskirche stattfinden.

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