
Dieses Jahr fand in Istanbul das erste ESN (European School Network) Student Seminar vom 2. bis 8. Mai statt. Dabei trafen sich Schüler von verschiedenen Schulen aus Finnland, Deutschland, Italien, den Niederlanden und natürlich der Türkei um ein wissenschaftliches Projekt vorzustellen. Das Franken-Gymnasium vertraten Andrea Krüger und Clara Neumann mit ihrem Projekt „Attitudes towards Preimplantation Genetic Diagnosis“, sowie Maike Schülting und Johanna Fleger mit „Attitudes towards Gene Therapy“ mit ihrem Lehrer Til Kreuels. Dafür haben wir Fragebögen zu unseren Themen entworfen und diese dann an die ESN-Schulen geschickt. Nachdem die Fragebögen beantwortet wurden, haben wir die Ergebnisse ausgewertet und analysiert. Zudem hatten wir neben unserer Power-Point-Präsentation noch ein Poster gestaltet.
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Gewohnt haben wir während unseres Istanbul-Aufenthalts bei türkischen Gastfamilien und sind jeden Tag mit unseren Gastschülern zur
„Istek Belde – Schule“ gefahren, welche dieses Treffen organisiert hat. Sowohl die Gastfamilien, als auch die Lehrer und Schüler der Istek Belde-Schule waren allesamt sehr herzlich und gastfreundlich. Sie haben sich stets sehr um uns gekümmert und dafür gesorgt, dass wir mit "genug" ( was meistens schon fast zu viel war) Essen versorgt waren. Wir haben uns dort sehr wohl gefühlt. Ein tolles Erlebnis war auch, die vielen europäischen Schüler kennen zu lernen und sich mit ihnen auszutauschen.
Es ging los am Montag, dem 2. Mai. Schon vom Flugzeug aus konnten wir die riesige Stadt mit den vielen Moscheen und Häusern bestaunen. Nach unserer Ankunft am Istanbuler Flughafen wurden wir dann von einer Lehrerin der Schule mit dem Schulbus abgeholt. Während unserer Fahrt zu den Lehrer-Appartements durch den nicht besonders angenehmen Istanbuler Verkehr konnten wir schon erste Eindrücke von der Stadt erhalten. Wir waren besonders erstaunt, dass wir bei dem ganzen Verkehr keinerlei Unfälle beobachtet haben, was wahrscheinlich auf die bewundernswerten Fahrkünste der Istanbuler zurückzuführen ist, die mit ihren Bussen durch die engsten und gewundenen Straßen und Winkel der Stadt rasen können. Wir fuhren alle paar Sekunden links, rechts, hoch, runter, langsam, schnell, und kaum einer der Verkehrsteilnehmer war angeschnallt. Wie wir nach einigen Tagen feststellten, waren in den meisten Fahrzeugen gar keine Anschnallgurte installiert! Nachdem wir Herrn Kreuels an den Lehrerappartements abgesetzt hatten, ging es Richtung Schule über die Bosporus-Brücke weiter nach Asien. Dort wurden wir von unseren Gastschülern empfangen und sind mit ihnen nach Hause gefahren. Den Rest des Tages verbrachten wir dann in den Familien.
Am nächsten Tag, dem 3. Mai, fuhren wir mit unseren Gastschülern zur Schule. Dort besuchten wir zuerst eine türkische Unterrichtsstunde und danach trafen wir erstmals auf die anderen europäischen Schüler in der Schullobby. Nach ein paar Kennenlernspielen wurde uns die Schule gezeigt und im Anschluss hörten wir eine Willkommensrede der Organisatoren und sahen eine sog. „Mad Science Presentation“, ein Programm um hauptsächlich Kinder mit Physik- und Chemie- "Kunststücken" für Naturwissenschaften zu begeistern, was aber auch für "Ältere" sehr witzig war.
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Von eben jener Privatschule waren wir sehr beeindruckt. Es gab ein großes Schwimmbad, einen Fitnessraum, verschiedene kleine Schalldichte Musikräume, in welchen man jederzeit auf verschiedenen Instrumenten spielen kann ohne gestört zu werden; und das Auditorium, in welchem später die Präsentationen gehalten wurden, war auch sehr imposant. Zudem gab es eine Schulcafeteria, einen Schachraum (sowie einzelne Schachtische vor den Klassenräumen) und sogar Schulhaustiere (ein Hund, Ziegen, ein Kaninchen und ein Meerschweinchen). Außerdem haben wir alle unsere Plakate an Stellwänden in der Lobby aufgebaut. Am Nachmittag ging es dann mit den Gastschülern zurück nach Hause.
Mittwoch war der große Tag der Präsentationen. Wir waren allesamt sehr aufgeregt. Nachdem sich alle im Auditorium versammelt hatten, ging es auch schon los. Jeder hatte eine Power-Point Präsentation von etwa 15 Minuten vorbereitet, welche von der Bühne aus vorgetragen wurde. Die erste Gruppe waren zwei Schüler aus Italien mit ihrem Projekt „Heart and Health“. Danach kamen zwei Niederländer mit dem Thema „From Urine to Drinkwater“, gefolgt von zwei Schülerinnen aus Wiesbaden mit „What can we learn in physics from toys?“. Anschließend hörten wir die Präsentation „The Indus Valley Civilization“ von drei finnischen Schülerinnen und dann waren auch schon Maike und Johanna an der Reihe. Trotz der Aufregung lief alles sehr gut und unser Vortrag hat allen gefallen. Danach gab es eine wohlverdiente Kaffeepause. Der nächste Vortrag „Busting a myth: Can water be found with an iron bar and a compass?“ war von zwei Finnen und dann hörten wir „Our Plastic Reality“ von einer Schülerin aus Wiesbaden. Als nächstes kam eine Schülerin aus den Niederlanden mit dem wohl skurrilsten Vortrag „Insects for food“. Eine weitere Gruppe aus Italien präsentierte „Hybrid engines and solar pannels for the ships of the future“, gefolgt von Andrea und Clara. Auch ihr Vortrag verlief sehr erfolgreich. Nach dem Mittagessen hörten wir dann noch den letzten Vortrag „Sustainability in alternative energy sources“ von zwei türkischen Schülern. Als letzten Programmpunkt dieses Tages gab es noch eine lange aber interessante Präsentation von der „Natural Science Technologies Foundation“ über verschiedene biologische und physikalische Eigenschaften von Tieren, die ihnen in der Natur einen "Vorteil" verschaffen, und was der Mensch davon lernen kann. Nach einem anstrengenden, jedoch sehr interessanten Tag voller Präsentationen fuhren wir schließlich mit unseren Gastschülern nach Hause.
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Der Donnerstag startete mit den Poster Präsentationen in der Lobby, bei denen es teilweise sehr interessante Extras gab, beispielsweise Insekten zum Probieren, passend zu der Präsentation „Insects for food“. Viele türkische Schüler kamen, um sich von uns unser Projekt erklären zu lassen und sich die Poster anzuschauen. Später gab es einen Ausflug zum „Grand Bazaar“, den man sich wie eine große labyrinthartige Markthalle voller kleiner Stände, Läden, Waren und charmanter Verkäufer vorstellen kann. Im Vorbeigehen hatten wir viel Spaß, denn von allen kamen Rufe und Komplimente, wie zum Beispiel „Hello Spicegirls!“ oder „Spend your money, be happy“. Das war die Gelegenheit, uns ein paar Andenken und Souvenirs der Stadt zu kaufen, bevor es dann weiter zur „Blauen Moschee“ ging, welche uns ebenfalls sehr beeindruckte.
Am Freitag hatten die Organisatoren noch einige schöne Programmpunkte vorbereitet. Es gab ein „Evaluation Meeting“, bei dem wir die Woche in Istanbul bewerten konnten, und wir bekamen jeder ein T-Shirt und eine Tasse mit dem Logo der Schule. Später besuchten wir noch einen Palast und machten eine Bootstour auf dem Bosporus. Leider war das Wetter die ganze Zeit nicht besonders schön, aber es war trotzdem ein tolles Erlebnis, auf dem großen Fluss zwischen Europa und Asien hin und her zu fahren. So hatte man auch noch einmal einen tollen Blick auf die Hügel, Häuser und Moscheen der riesigen Stadt.
Schnell war dann der letzte Tag unseres Aufenthalts gekommen, an welchem wir unsere Poster in der „Science Fair Exhibition Hall“ neben ganz vielen türkischen Projekten der landesweiten Science Fair ausstellten. Die ESN-Schüler haben allerdings nicht an dem eigentlichen Science Fair Wettbewerb teilgenommen. Nach ein paar abschließenden Worten von Seiten der Organisatoren haben wir dann den restlichen Tag zusammen mit unseren Gastschülern verbracht und trafen uns abends sogar noch einmal mit den anderen europäischen Schülern und ihren Gastpartnern in einem Café.
Am Sonntag, dem 8. Mai traten wir dann die Abreise an.
Alles in allem war es eine sehr schöne Woche voller neuer Eindrücke und Erfahrungen. Wir waren alle ein bisschen traurig als es hieß, Abschied zu nehmen, doch ein Wiedersehen ist geplant und Istanbul bleibt uns als eine beeindruckende Stadt in Erinnerung, allerdings wissen wir jetzt besonders den deutschen, geordneten Verkehr sehr zu schätzen.
Johanna Fleger, Maike Schülting, Andrea Krüger und Clara Neumann