Abiturientia 2004 hinterlässt positive Spuren

Innenhof des Franken-Gymnasiums wurde aufwändig renoviert.

Einige Wochen vor der Durchführung des Abiturs meldeten sich einige Schüler der damaligen Jahrgangsstufe 13 bei Schulleiter Dr. Thierfeldt mit der Frage, ob etwas dagegen spräche, wenn sie als „Abschiedsgeschenk“ den Innenhof im Altbau renovieren würden. Dieser Hof wurde über viele Jahre für die Haltung von Meerschweinchen genutzt, lag aber inzwischen einige Zeit in völlig von Pflanzen überwucherter Form „brach“.

Weil nach Lage der Dinge davon auszugehen war, dass das Projekt nur mit einem ganz erheblichen Arbeitsaufwand zu verwirklichen sein würde und gleichzeitig noch die Vorbereitungen für das Abitur zu leisten waren, äußerte Dr. Thierfeldt zunächst entsprechende Bedenken. Die Argumentation der jungen Damen und Herren überzeugte den Schulleiter dann aber sehr schnell, sodass sehr bald eine Ortsbegehung mit Wolfgang Zimmermann vom Gebäudemanagement, dem Hausmeister für die Außenanlagen Bert Schlagloth und Dr. Thierfeldt stattfinden konnte. Auch in dieser Besprechung wurden eventuelle Zweifel sehr schnell ausgeräumt.

Vereinbart wurde, dass die Arbeiten von Herrn Schlagloth koordiniert und begleitet würden, dass der Bauhof den Großteil der nötigen Geräte und einen Hänger für den Abtransport von Erdreich und den alles überwuchernden Pflanzen zur Verfügung stellen und die eigentlichen Renovierungskosten übernehmen würde und dass die jungen Leute ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen würden.

Nach der Entfernung von mehreren Hängern voll „Abfall“ stellte sich zunächst zur Verblüffung aller Beteiligten heraus, dass unter der etwa 30cm dicken Erdschicht ein gepflasterter Boden und unter dem Pflanzengewirr 4 Bänke zum Vorschein kamen. Anschließend wurde der Bodenbelag fein säuberlich mit einem Hochdruckreiniger gereinigt, das Holz der Bänke und der Innenhoftüren wurde abgeschliffen und neu lackiert, bepflanzte Container aufgestellt, die Wände frisch gestrichen und mit einem Bild mit allen Namen des diesjährigen Abiturjahrgangs gestaltet und die leere Stele mit einem gerahmten „Andenken“ an die scheidenden Schülerinnen und Schüler versehen. Es handelt sich hierbei um einen formschönen Aluminiumrahmen mit Photos der Jahrgangsstufe.

Dr. Thierfeldt war so beeindruckt von dem „Abschiedsgeschenk“, dass er sogar in seiner Abiturrede auf das ungewöhnliche Projekt zu sprechen kam:

„Die Art wie ihr euch im Rahmen der „Wieder-Instand-Setzung“ des Innenhofs im Altbau der Schule mit viel Arbeitseinsatz, Phantasie und Durchhaltevermögen eingesetzt habt, war vorbildlich. Nicht nur das Ergebnis kann sich sehen lassen, viel eindrucksvoller war die Art eures Einsatzes selbst, die ich gern fotografisch dokumentiert habe. Diese Entkrautungs-, Reinigungs- Aufräum- und Gestaltungsaktion war nur mit einem enormen Arbeitsaufwand zu leisten. Ihr habt die nötigen Arbeiten, handwerklich solide, gut gelaunt und ohne Angst vor Schmutz hinter euch gebracht. Alle Augenzeugen waren jeweils voll des Lobes, ob unser Hausmeister Stefan Peters, oder Wolfgang Zimmermann vom Gebäudemanagement oder die zufällig vorbei gehenden Kolleginnen und Kollegen. Bis genau wann euer freiwilliger Einsatz ging zeigt das nächste Foto vom heutigen Tag, aufgenommen um 13:05 Uhr, ich denke aktueller geht’s nimmer. Ihr habt euch für eine äußerst positiven Art der „Verewigung“ entschieden.“

Schaufel und Hacke, Schubkarre und Säge, Hochdruckreiniger und Schellzement, Farbe und Pinsel, Schleifgerät und Heckenschere, Schlagbohrer und Metallbürste waren in mehr als 10 mehrstündigen Arbeitseinsätzen von bis zu 15 Schülerinnen und Schülern in intensivem Gebrauch, das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Entstanden ist ein heller, ansehnlich gestalteter Innenhof, über dessen genaue Nutzung die Schule sich nun Gedanken machen muss. Dass die scheidende Abiturientia sich auch hierüber konkret den Kopf zerbrochen hat, zeigt das von ihnen hinterlassene Nutzungskonzept:

„Um sicherzustellen, dass der hergestellte Zustand längstmöglich erhalten bleibt, stellen wir nun ein paar Anforderungen und Regeln für die Nutzung auf:

1.        Die Nutzung ist der Oberstufe vorbehalten, jedoch sind Ausnahmen während großer Schulveranstaltungen, sowie zu Unterrichtszwecken möglich.

a.        Weitere Nutzungsmöglichkeiten: Combo Treffen, Kurstreffen (erwünscht!!), Kuchenverkauf bei Elternsprechtagen, etc.

b.        Der Innenhof muss nach jeder Nutzung in einwandfreiem Zustand hinterlassen werden

2.        Der Stufensprecher der JSt 12 ist dafür verantwortlich, dass der Innenhof von seiner Stufe instand gehalten wird. Ansprechpartner bei den Stadtwerken Zülpich ist Herr Schlagloth.

a.        Hierzu MUSS ein wöchentlicher Ordnungsdienst (Kehrdienst/Mülldienst) ernannt werden.

b.        Jedes Jahr im Frühling sowie im Herbst muss eine komplette Instandsetzung in Form von Säuberung, evtl. Pflanzenpflege und sofern nötig Anstrichen erfolgen.

3.        Der Innenhof soll des Weiteren jeder JSt 13 die Möglichkeit bieten sich dort ein „Denkmal“ zu setzen (natürlich ohne Beeinträchtigung älterer Werke)

4.        Wir verpflichten hiermit das gesamte Kollegium des Franken-Gymnasiums Zülpich diese Grundgedanken der Jahrgangsstufe 13/2004 umzusetzen und zu kontrollieren.

 

    Mit freundlichen Grüßen

    Die Jahrgangsstufe 13 des Jahres 2004."

 

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