Oberstufenschüler des Franken-Gymnasiums beim Vital-Gesundheitspreis 2004 sehr erfolgreich

Da staunten sowohl Schulleiter Dr. Hans-Joachim Thierfeldt, als auch Kunstlehrerin Ingrid Warrach nicht schlecht, als in der 2. Schulwoche ein Brief aus Aachen in der Schule eintraf. Nicht nur dass der Kunstgrundkurs der Jahrgangsstufe 12 des letzten Schuljahres überhaupt einen Preis gewonnen hatte beim Vital-Gesundheitswettbewerb, nein, es war auch noch der 2. Platz unter insgesamt 15 beteiligten Schulen errungen worden. Dass sich dann bei genauerer Lektüre des Briefes auch noch eine besonders großzügige Dotierung des 2. Preises herausstellte, ließ die Gesichter aller Betroffenen dann besonders strahlen.

Gewürdigt wurde das Projekt des Grundkurses Kunst durch die Katholische Stiftung Marienhospital und das Eurogress in Aachen, Initiatoren des Gesundheitspreises. Im Rahmen des Wettbewerbs setzten sich die Schüler des Franken-Gymnasiums offensichtlich besonders kreativ mit dem Thema „Sucht und Gesundheit“ auseinander.

Das Franken-Gymnasium führt seit einigen Jahren eine Unterrichtsreihe zur Suchtprävention in der Jahrgangsstufe 8 durch. Diese Reihe besteht aus verschiedenen Bausteinen, die von internen (Beratungslehrern) und externeren Moderatoren (BeratungslehrerInnen anderer Schulen, Vertreter der Polizei, der Suchtberatungsstelle und des Kreuzbunds) begleitet werden. Nach einer ausführlichen Diskussion entschlossen sich die 12er Schüler zum Thema Suchtprävention drei Spiele gruppenanteilig herzustellen, deren Einsatz in der oben genannten Reihe integriert werden soll.

Die Arbeitsgruppen entwickelten unterschiedliche Spiele nach dem Prinzip von Brett-Gesellschaftsspielen. Sie tragen Titel wie zum Beispiel „Flucht aus der Sucht“ oder „Spiel’ um dein Leben“. 

Hierbei wurden folgende Inhalte berücksichtigt: Informationen zu legalen, bzw. illegalen Drogen; Essstörungen; mögliche Ursachen; professionelle Hilfe; mögliche Folgen; Alternativen: Feiern ohne Alkohol, Sport, Bewegung, Musikunterricht; Stärkung des Selbstwertgefühls.

Die drei Spiele werden nach unterschiedlichen Regeln gespielt. Sie dienen nicht nur der spielerischen Wissensvermittlung, sondern es werden auch Diskussionen eingebaut oder Situation gestellt, die eine Entscheidung verlangen oder zumindest eine Positionierung. Ein Beispiel: Alle meine Freunde sind auf einer Party eingeladen, meine Familie ist nicht da. Wie gehe ich mit meiner Langeweile um? Greif ich zu dem Alkoholvorrat meiner Eltern oder kann ich den Abend anders sinnvoll gestalten?

In der Planungsphase wurde bereits deutlich, dass die Schüler erst einmal für sich definieren mussten: Was verstehe ich unter Sucht? Welche Süchte gibt es? Ab wann fängt Sucht an? Die Gespräche wurden angereichert mit persönlichen Erfahrungen, Erlebnissen, Beobachtungen, sowie der Erweiterung der eigenen Kenntnisse.


Die Projektarbeit erweist sich jetzt schon als sinnvoll für die beteiligten Schüler, da die Suchtproblematik bewusst gemacht und die eigene Einstellung hinterfragt wurde. Die drei prämierten Spiele werden in der Klasse 8 tatsächlich eingesetzt und sollen den jüngeren Schüler helfen in der Suchtproblematik Position zu beziehen. „Es ist besonders eindrucksvoll, dass hier Schüler Arbeitsmaterial für Schüler entwickelt haben.

Finanziell unterstützt wurde das Projekt vom Förderverein der Schule. Die Kosten betrugen etwa 50€ für das Holz der Spielbretter, Farben, Stifte, Papier, Kleber, Laminiertaschen für die selbst entworfenen „Ereigniskarten“ usw.

Am Sonntag, dem 29. September 2004, nahmen Ingrid Warrach und eine Delegation des Grundkurses im Europasaal des Eurogresses in Aachen in festlichem Rahmen stolz ihren Preis entgegen.

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