Hubert Wintz geht in den Ruhestand

Mit einem lachenden Auge ......und mit einem weinenden Auge.
Ich verlasse das Franken-Gymnasium
mit einem weinenden und einem lachenden Auge

 
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Am Dienstag, dem 23. Juni 1998, verabschiedeten sich Stadt und Schule von Hubert Wintz, nach 15 Jahren Dienst als Schulleiter des Franken-Gymnasiums. Er trat mit dem Ende des Schuljahres in den Ruhestand. Der offizielle Teil des Programms fand in Anwesenheit von über 200 Gästen in der Aula der Hauptschule statt. Im Wechsel zwischen musikalischen Beiträgen und Reden verabschiedeten sich nach der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter Dr. H.-J. Thierfeldt von Hubert Wintz: LRSD A. Gorissen für die Bezirksregierung, Bürgermeister Rhiem für die Stadt Zülpich, OStD H. Wolber für die Gymnasialdirektoren des Bezirks, Manfred Schiffer für die Schulpflegschaft, Nicole Manske für die Schülerschaft und Dietmar Zinner für das Kollegium. Alle Redner hoben die Leistungen des scheidenden Schulleiters hervor, seinen großen Arbeitseinsatz, seine Geradlinigkeit, sein Engagement.

Dr. Thierfeldt nannte ihn einen "Fels in der Brandung", hinter dem man Sicherheit fand, an dem man sich aber gelegentlich auch stoßen konnte. "Herr Wintz war ein Mann mit Profilschärfe und Festigkeit, aber auch einer, der auf die vielen Veränderungen in der Schulpolitik reagiert hat, der trotz eines andersartigen Naturells Delegation von Aufgaben betrieben und das Franken-Gymnasium so auf die Zukunft vorbereitet hat."

Schuldezernent A. Gorissen würdigte die konsequente Arbeit von Hubert Wintz im schwierigen Spannungsfeld zwischen Schülern, Eltern, Lehrern und Öffentlichkeit. Er habe dabei neben stets hohem Arbeitseinsatz aber auch pädagogische Prinzipientreue gezeigt. "Er hat nicht nur verwaltet, sondern auch gestaltet!" Im Anschluss an seine Worte überreichte er Hubert Wintz seine "Ruhestandsurkunde".

Bürgermeister Rhiem erinnerte sich u.a. an ein erstes Treffen mit Hubert Wintz während des Studiums an der Uni Köln an der Seite seiner eigenen Klassenkameradin Käthe Rissinger. Käthe Wintz spielte dann auch später eine wichtige Rolle für den beruflichen Werdegang ihres Mannes, als sie ihm für seine aufreibende Arbeit den Rücken frei hielt. Typisch war ihre Antwort, die man über die Jahre regelmäßig bei den Versuchen erhielt, ihn am Wochenende zu Hause zu erreichen: "Wo wird er schon sein, ....in der Schule!" Aber Rhiem bot nicht nur Anekdotisches. Er würdigte auch die großen Verdienste des 64jährigen Hubert Wintz um die Entwicklung des heutigen Franken-Gymnasiums, der auf der Basis des von seinem Amtsvorgänger Dr. Theo Rohr Geschaffenen die Schule zu einem modern ausgerichteten Bildungsinstitut von nahezu 1.000 SchülerInnen ausgebaut hat. Am Ende seiner Ansprache überreichten Bürgermeister Rhiem und Stadtdirektor Ander Hubert Wintz die Verdienstmedaille der Stadt Zülpich.

Für die Schulleiterkollegen der Gymnasien des Bezirks hob H. Wolber die gute Zusammenarbeit und den fruchtbaren Gedankenaustausch hervor. Manfred Schiffer, seit längerem Vorsitzender der Schulpflegschaft, betonte die stets gute Zusammenarbeit zwischen der Elternschaft und der Schulleitung des Franken-Gymnasiums. Er verabschiedete sich von Hubert Wintz mit dem Satz: "Mit Ihnen verlieren wir einen vorbildlichen Erzieher unserer Jugend!"

Schülersprecherin Nicole M. gab schmunzelnd eine (nicht ganz ernst gemeinte) Ode zum Besten. In ihr spielte sie auf verschiedene "Alltagsunzulänglichkeiten" an, etwa auf die regelmäßigen Durchsagen "des Chefs", die nicht selten von Nebengeräuschen gestört waren. Als Abschiedsgeschenk der Schülerschaft überreichte sie ein selbstgemachtes Album mit Photos von allen Klassen und Stufen des Schuljahres 1997/98 und eine mit allerlei "Gartenbearbeitungsgeräten" versehene Vogelscheuche.

Dietmar Zinner sprach für das Kollegium des Franken-Gymnasiums. Er hob dabei Eigenschaften von Hubert Wintz hervor, die ihn über die Jahre besonders beeindruckten. Er charakterisierte Wintz als jemand, "der es nicht allen recht machen", sondern als jemand, "der möglichst gerecht" handeln wollte. "Sie waren nicht jemand, der Diskussionen auswich; Sie waren in dieser Hinsicht immer ansprechbar, wenn es um sachliche Entscheidungen ging. Ihre Tür zum Dienstzimmer stand daher nicht nur symbolhaft jedem offen!"

Hubert Wintz bedankte sich in einer sehr ehrlichen und offenen Rede für die anerkennenden Worte der Vorredner und beschrieb angesichts der "Zur-Ruhe-Setzung" seine zwiespältigen Gefühle nach 35-jähriger Tätigkeit in unterschiedlichen Funktionen am Franken-Gymnasium. "Ich habe gern gearbeitet, war physisch und psychisch - nicht aus eigenem Verdienst - recht stabil und habe mehr Positives als Negatives gesehen." "Irgendwann meinte ich dann festzustellen, dass sich die Anteile an Erfreulichem und Unerfreulichem im Tagesbetrieb verändert hatten. Objektiv ist dies wenig wahrscheinlich. Es muss an mir liegen: Ich sehe anders, ich werte anders. Mich belasten Dinge schneller; meine Entscheidungsfreudigkeit wird geringer; mein Vermögen nutzlosen Streit zu ertragen erschöpft sich schneller; stellen Sie sich vor - Hybris oder seniler Defekt - ich zweifle an der Sinnhaftigkeit von Anordnungen der vorgesetzen Behörde. Eigendiagnose: Der Mensch muss raus." "Im Augenblick fühle ich mich unbehaglich: Unsicherheiten in Bezug auf die Zukunft, Wehmut betreffend die Vergangenheit; Haltungen, die atypisch für mich sind. Ich bin eher optimistisch, zufrieden, gelassen, pragmatisch, rational: gute Voraussetzungen dafür, dass sich mir im neuen Lebensabschnitt Möglichkeiten der Entwicklung und Gestaltung bieten, die ich bisher nicht nutzen konnte, die ich jetzt nutzen will und die ich nutzen werde." Am Ende seiner Worte bedankte sich Hubert Wintz bei seinen heutigen und früheren Mitarbeitern für kollegiale und fruchtbare Zusammenarbeit, besonders aber auch bei seiner Ehefrau für die Schaffung langjähriger Freiräume für berufliches Engagement.

Anschließend genossen die Gäste ein reichhaltiges Büffet im Pädagogischen Zentrum des Franken-Gymnasiums. Die Veranstaltung klang aus mit dem Vortrag eines von Georg Eichhorn getexteten und einstudierten "Canción para Hubert Wintz" durch einen "Kollegiumschor" und dem Vortrag eines Gedichts von Rolf Westhofen über den bevorstehenden "Un-Ruhestand". Viele Gäste überreichten Abschiedsgeschenke, Herr Wintz erhielt u.a. eine Reihe von Ausrüstungsgegenständen zu dem vom Kollegium geschenkten Fahrrad.

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