Schulausflug für Frühaufsteher

Sonnenfinsternisfahrt des Franken-Gymnasiums

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Den Wecker am 11.08.99 auf eine besonders frühe Zeit einzustellen, um ja die Abfahrt des Sonderzuges vom Bahnhof Zülpich nicht zu verpassen, hat sich für die Schülerinnen und Schüler des Franken-Gymnasiums gelohnt. Mit Lehrerinnen und Lehrern, einigen begleitenden Eltern und ehemaligen Kollegen machten sich insgesamt immerhin fast 1000 Mann auf den Weg. Ging es doch mit einem Sonderzug der Deutschen Bahn AG quer durch die Eifel über Euskirchen und Gerolstein in die Kernzone des Sonnenschattens zwischen Trier und Saarbrücken zu einem spektakulären Jahrhundertereignis, das niemand verpassen wollte.

Das "Projekt Sonnenfinsternis" war von den Gymnasiasten - nach Anregung aus dem Lehrerkollegium - seit März geplant und in mehreren Arbeitsgruppen vorbereitet worden. Logistisch gelang es, alle Fahrschüler, z. T. mit Sonderbussen der IZO, DKB, BVR aus den benachbarten Gemeinden und den Zülpicher Ortsteilen rechtzeitig zum Bahnhof zu transportieren.

´Auch die Verteilung der reichlich mit Proviant versorgten Schüler auf die 14 Waggons klappte unter den Augen der früh aufgestandenen Pressereporter und zahlreicher Eltern trotz des viel zu kurzen Bahnsteiges, so dass der Sonderzug - von drei Lokomotiven angetrieben - pünktlich um 7.35 Uhr abfahren konnte.

Während der Fahrt wurden die im Fachunterricht Erdkunde oder Physik vorbereiteten Themen zum Phänomen Sonnenfinsternis nochmals vertieft. Weitere Literatur über die Sicherheitsvorschriften zum Gebrauch der Sonnenschutzbrillen musste studiert werden. Denn natürlich gingen auch zwei große Kartons mit insgesamt 1000 Sonnenschutzbrillen mit auf die Reise, ein Vorrat, der frühzeitig geordert worden war, so dass es nicht zu den bekannten "Versorgungsengpässen" kam. Bereits im Vorfeld war die geplante Fahrt des Franken-Gymnasiums auf breites öffentliches Interesse gestoßen. Die Schule musste eine Vielzahl von "Mitnahmewünschen" von Klassen und Kursen von Schulen aus der näheren und ferneren Umgebung mangels weiterer Kapazität ablehnen.

Als sich der Mondschatten um 12.29 Uhr aus Westen kommend mit über 2000 km/h näherte, hatten die Klassen und Kurse des Franken-Gymnasiums bereits die von ihnen zuvor ausgewählten Standorte in Trier, Saarburg und Mettlach bezogen.


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Schon während der Fahrt erwies sich die Wetterentwicklung als Zitterpartie. Einzelne Wolkenlücken und Sonnendurchblicke gegen Ende der Fahrt wurden gebührend bejubelt. Doch ausgerechnet zum Höhepunkt des Ereignisses zog sich der Himmel zu, so dass kein ungetrübter Blick auf die Sonnenkorona möglich war. Dennoch, die plötzlich einsetzende Dunkelheit über Mosel und Saar - innerhalb von Minuten folgten einander Dämmerung, fast völlige Verdunkelung mit Resthelle wie bei schwachem Mondschein, die die Straßenbeleuchtung in den Ortschaften anspringen ließ und die erneute schnelle Erhellung -, die lastende Stille, das deutliche Fallen der Temperatur und der fühlbar kühle Wind, waren beeindruckend.

Unmittelbar nach der Totalitätsphase zeigte Petrus dann aber doch ein Einsehen, die Wolkendecke riss auf und die langsam breiter werdende Sichel der Sonne und alle Phasen des abziehenden Mondeskonnten in aller Ruhe beobachtet werden. Alle Beteiligten reckten ihre Hälse mit "Ahh" und "Ohh" gen Himmel und bestaunten die zweite Hälfte des Jahrhundertspektakels.

Die Rückreise verlief für die Frankenschüler zwar ohne Stau, doch musste der Sonderzug auf der Eifelstrecke zahlreiche fahrplanmäßige Züge passieren lassen, so dass eine einigermaßen ermüdete Belegschaft Zülpich nach langer Fahrt erst kurz vor 20.00 Uhr erreichte. Allerdings gab es auch auf der Rückfahrt noch reichlich zu tun. Das Gros der Schüler beschäftigte sich intensiv mit einem kniffligen Quiz zum Thema Sonnenfinsternis. Ermittelt wurden inzwischen 50 Sieger, die mit einem eindrucksvollen Großphoto des Jahrhundertereignisses belohnt wurden. Eine Ausstellung im PZ des Franken-Gymnasiums zeigte weitere Früchte der Schulfahrt. In einem Malwettbewerb der Klassen 5 über die alt-chinesische "Fabel über den Drachen, der die Sonne verschlingt" entstanden eindrucksvolle Bilder.

Zahlreiche Eltern und interessierte Bürger verfolgten und fotografierten die Fahrt des wieder einrollenden, über 300 m langen Zuges mit winkenden Schülern in den Ortsteilen und an den Straßenübergängen auf der Bördebahnstrecke. Wann kann so ein langer "Zugsaurier" wohl wieder auf dieser Strecke bestaunt werden? Auch holte die Ankunft des Sonderzuges das Wohngebiet um den Bahnhof aus seiner gewohnten abendlichen Ruhe, mussten sich doch Eltern und Kinder in dem Gedränge am Bahnhof erst einmal finden...

Mit der Schulfahrt zur Sonnenfinsternis 1999 setzte das Franken-Gymnasium seine Tradition von gemeinsamen Schulausflügen mit Erfolg fort.