In der SI steht zunächst die ganzheitliche Betrachtung von Lebewesen im Mittelpunkt des Biologieunterrichts; dabei wird nur gelegentlich die "Ebene des Organismus" für einen Exkurs in den Bereich der Zellen oder gar der Moleküle verlassen. In der Jahrgangsstufe 8 wird das Zusammenleben der verschiedenen Bewohnern eines Lebensraumes betrachtet und so ein erster Einblick in ökologische Zusammenhänge vermittelt. In der Jahrgangsstufe 9 schließlich ergeben sich innerhalb der Humanbiologie Ansätze physiologischer Untersuchung. Auf diese Inhalte baut der Biologieunterricht der SII auf. Allerdings tritt nun verstärkt neben die Behandlung von Organismen und ihren Teilen die Betrachtung der Abläufe in den Zellen d.h. der Vorgänge auf der "Ebene der Moleküle". Dies macht Rückgriffe auf Kenntnisse aus dem Fach Chemie unverzichtbar. In anderen Teilbereichen, so etwa in der Sinnesphysiologie, werden Grundkenntnisse aus der Physik erwartet; in Genetik und Evolution unterstützen mathematische Verfahren biologische Untersuchungen. Allgemein ist die verstärkte Betrachtung übergreifender Zusammenhänge ein Charakteristikum des Biologieunterrichts in der SII. Stärker als in der SI muss in der SII vom Schüler / der Schülerin erwartet werden, dass in einem HJ erworbene Kenntnisse in den folgenden Halbjahren zur Verfügung stehen. So werden in der Jahrgangsstufe 13 zur Erarbeitung der Evolutiongsbiologie Fakten aus allen vorhergehenden Halbjahren herangezogen.
Die Entwicklung von Selbständigkeit stellt ein wesentliches Ziel des Biologieunterrichts in der SII dar. Daher wird den SchülerInnen in zunehmendem Maße eigenes Erarbeiten und Handeln ermöglicht. Sie werden zu eigenen Beobachtungen, Untersuchungen und Experimenten sowie zur selbständigen Fixierung der Ergebnisse in Protokollen sowie der Präsentation der Ergebnisse z.B. in Kurzvorträgen angeleitet. Der selbständige Erwerb von Kenntnissen erfordert vom Schüler / der Schülerin die Fähigkeit, unterschiedliche Informationsquellen wie Filmsequenzen, Abbildungen, Tabellen, Grafiken, Texten zu nutzen. Die Selbständigkeit korrespondiert mit verstärkter Eigenverantwortung. Diese zeigt sich nicht nur im verantwortlichen Umgang mit Geräten und Ergebnissen, sondern z.B. auch darin, dass benötigte, aber nicht mehr präsente Inhalte aus der SI oder aus früheren Halbjahren grundsätzlich aus eigenem Antrieb wieder verfügbar gemacht werden. Der Biologieunterricht in der SII fordert und fördert vernetztes Denken, d.h. die Fähigkeit, zu verschiedenen Zeiten, in unterschiedlichen Zusammenhängen - eventuell sogar in verschiedenen Fächern - gewonnene Teilaussagen zu integrieren.
Die Biologie kann in der Oberstufe auch Klausurfach sein. Die erforderlichen Kenntnisse und Arbeitsmethoden werden schrittweise eingeübt. Aufgaben sind arbeitsmaterialgebunden. Neben Lernwissen werden Problembewusstsein, Sicherheit und Reichhaltigkeit des Fachsprachengebrauchs, Beherrschung von Lösungsmethoden, Begründungskompetenz bewertet. Der annähernd gleichgewichtige Beurteilungsbereich der "sonstigen Mitarbeit" umfasst Leistungen wie mündliche Beträge, (Qualität, Quantität, Kontinuität), praktisches Arbeiten (Genauigkeit, Verlässlichkeit, Wiederholungsbereitschaft, Selbständigkeit), Kurzvorträge, Arbeitsprotokolle, Hausaufgaben, schriftliche Übungen.
Grundsätzlich gilt, dass im GK und LK die gleichen obligatorischen Inhalte (s.u.) behandelt werden, so dass hier eine gemeinsame Vorstellung erfolgen soll.
Die Unterschiede zwischen beiden Kursarten sind gradueller, nicht grundsätzlicher Natur: Während in den GKs i.A. eher exemplarisch gearbeitet wird, eignet sich der LK für eine größere methodische Differenzierung (unterrichts- und wissenschaftsmethodisch), für speziellere Inhalte, für die Berücksichtigung auch von speziellen Fragestellungen aus den "Nachbarwissenschaften" (Chemie, Physik, Erdkunde, Medizin, etc.), und eine gründlichere Methodenreflexion. Ferner wird im LK i.A. ein höheres Maß an selbständiger Arbeit erwartet).
Die vollständigen Lehrpläne für das Fach Biologie (Richtlinien NRW) sind online (!) hier zu finden.
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