INHALTLICHE UND METHODISCHE ANFORDERUNGEN IN DER SII
ERDKUNDE
Wer sich mit dem Gedanken trägt, in der Oberstufe einen Grund- oder Leistungskurs im
Fach Erdkunde zu belegen, sollte sich aufrichtig prüfen, ob er den folgenden Erwartungen
in etwa gerecht werden kann. In der Oberstufe werden die unten angesprochenen Fähigkeiten
und Fertigkeiten ausgebaut.
- Die Geographie ist eine synoptische (auf der Zusammenschau beruhende)Wissenschaft, und
das Fach Erdkunde ist in diesem Sinne ein Zentrierungsfach. Seine Eigenart liegt darin,
wissenschaftliche Erkenntnisse aus benachbarten Fachgebieten zur Erklärung und Bewertung
geographischer Phänomene heranzuziehen. Diese benachbarten Fachgebiete werden aus dem
Blickwinkel der Geographie - und auch der Erdkunde in der Oberstufe - zu
Hilfswissenschaften und als solche herangezogen. Das Fach fordert vom Schüler / der
Schülerin die ständige Bereitschaft, sich mit geographischen und wirtschaftlichen Themen
in den Medien und in Sachbüchern zu befassen. Das Interesse muss deutlich über den in
der Schule geforderten Rahmen hinausgehen und schon über mehrere Jahre anhalten und
gepflegt worden sein.Aufgrund des integrierenden Charakters des Faches Erdkunde muss sich
dieses Interesse auch auf die der Geographie benachbarten naturwissenschaftlichen
Fachgebiete (Biologie, Physik, Chemie) sowie auf Geschichte, Sozial- und
Wirtschaftswissenschaften erstrecken. Nur auf diesem Wege lässt sich genug Fachwissen und
Hintergrundwissen sammeln, um der Leistungsanforderung "Beurteilen und
Stellungnahme" in der Oberstufe gerecht zu werden. Nur auf der Grundlage solider,
über den Rahmen der Schule hinausgehender Erfahrung mit dem Fach und den benachbarten
Wissenschaften ist es dem Schüler / der Schülerin möglich, seine Ausführungen im
geographischen Sinn korrekt zu gewichten und das ureigene Anliegen der Geographie,
nämlich das Bild der Erdoberfläche darzustellen, zu erklären und zu beurteilen, nicht
aus den Augen zu verlieren.
- Wissen, Fertigkeiten und Fähigkeiten aus dem Unterricht der Kl. 7-9 sollten weitgehend
zur Verfügung stehen (zur Orientierung: Note 3 und besser)
a) Solides topographisches Wissen (Orientierung auf der Erde) in den behandelten Regionen
und darüber hinausgehendes Wissen um die Topographie und die allgemeine Länderkunde der
nicht behandelten Gebiete der Erde zählen zu den Grundvoraussetzungen. Das Sachwissen
muss sich auch auf die der Geographie benachbarten Sachfächer erstrecken.
b) Die Grundtechniken des zeichnerischen Darstellens, der Materialbeschaffung und der
Auswertung fachspezifischer Materialien müssen gekonnt sein.
c) Die Fähigkeit, Vernetzungen zu erkennen und auch komplexe Sachzusammenhänge und
Strukturen des Faches gedanklich zu erfassen, diese fachgerecht
zu gewichten und zu versprachlichen, muss weitgehend vorhanden sein.
- Hohes Ausdrucks- und Sprachbewusstsein, gute sprachliche Fähigkeiten im Deutschen
werden erwartet. Dazu gehören u.a. eine klare Gliederung der Ausführungen, transparenter
und korrekt gewichtender Satzbau, präzise Wortwahl. Die Fachbegriffe aus den
"Minilexika" in den Büchern der Kl. 5-9 müssen bekannt sein. Die Fähigkeit,
umfangreiches neues Fachvokabular in kurzer Zeit zu lernen und durchgängig und richtig zu
verwerden, wird erwartet. Umfangreiche schriftliche Übungen zur Materialerfassung, zur
fachgerechten zeichnerischen Darstellung und zur Materialauswertung sollten also aus den
Klassen 8 und 9 bekannt und in dem dort geforderten Rahmen gekonnt sein.