Die Bedeutung, die Computer in den letzten Jahren erlangt haben, ist unübersehbar.
Alle Einsatzbereiche erfordern, dass der Benutzer die Anwendungsprogramme zumindest in
Grundzügen bedienen kann. In gehobenen beruflichen Positionen verlangt man auch von
Leuten, die nicht Informatik studiert haben, immer wieder, dass sie für spezielle
Anwendungen die vorhandenen Programme abändern können, also auch selbst programmieren.
Entsprechend der Zielsetzung des Gymnasiums ist es nicht Aufgabe der Oberstufe, den
SchülerInnen die Nutzung von Anwendungsprogrammen anzutrainieren. Diese
Funktion übernimmt die Berufsausbildung für Bankkaufleute oder
Verwaltungsnachwuchs, eventuell auch die VHS.
Der Informatik-Unterricht der Oberstufe soll den SchülerInnen Einblicke
in die Gesamtzusammenhänge geben. Schwerpunkt ist das Erlernen der
Fähigkeit, Probleme systematisch zu lösen und in ihrer Bedeutung zu
bewerten.
Vor diesem Hintergrund ist das Arbeitsmittel im Fach Informatik
natürlich der Computer.
(Es ist übrigens nicht erforderlich, ein eigenes Gerät zu besitzen, zum Eingeben der
Programme ist im Unterricht genügend Zeit). Im Unterricht kommt es darauf an, selbst
Programme oder Programmteile zu entwickeln, zu schreiben und zu testen, vorgegebene und
überschaubare Probleme mit Hilfe einer Datenverarbeitungsanlage zu lösen; die
Anforderungen steigen natürlich von der 11 bis zur 13. Dabei ist für eine
erfolgreiche Kursteilnahme entscheidend, Lösungswege zu finden und zu optimieren (dazu
braucht man gar keinen Computer), nicht aber die Kenntnis programmiersprachlicher Kniffe
oder graphischen Beiwerks.
Wer sich für die Teilnahme am Informatik-Unterricht entscheidet, muss nicht
überdurchschnittlich mathematisch begabt sein, auch wenn dies immer wieder behauptet
wird.
Die Programmiersprache ist Turbo-Pascal, eine Sprache, der das
verbreitete BASIC immer ähnlicher wird, die aber mehr Möglichkeiten bietet. Da das
Schwergewicht nicht auf programmiertechnischen Feinheiten, sondern auf systematischem
Denken liegt, haben diejenigen, die in der SI schon Informatik gehabt haben, nur anfangs
Vorteile. Im Unterricht wechseln sich Abschnitte, in denen die theoretische Erarbeitung im
Vordergrund steht, und Abschnitte in denen praktisch mit den an der Schule zur Verfügung
stehenden Computern gearbeitet wird, ständig ab.
Das Fach Informatik wird an unserer Schule nur als Grundkurs angeboten,
kann aber wie alle anderen Fächer auch als Abiturfach gewählt werden.
Am Ende des ersten Halbjahres (11.1) sollen die SchülerInnen in der Lage
sein, die Geräte sicher zu bedienen und kleinere Probleme mit Hilfe eines Computers
selbständig zu lösen (z.B.: Lösung quadratischer Gleichungen durch den Computer,
Wörter im Text zählen lassen oder...)
Im Rahmen des weiteren Unterrichts werden einerseits Verfahren entwickelt, den Ablauf von
Lösungsverfahren zu systematisieren (11.2), andererseits wird
untersucht, wie Daten anzuordnen sind, um sie platzsparend zu speichern und die
Zugriffszeiten so gering wie möglich zu halten (12.1).
In der Jahrgangsstufe 12.2 betrachtet man die internen Abläufe eines Computers (Was
passiert eigentlich, wenn man eine Taste bedient? Warum leuchtet das richtige Zeichen auf
dem Bildschirm? Wieso versteht der Rechner die Befehle einer Programmiersprache, wie
arbeitet er? Was ist ein Betriebssystem?)
In der Stufe 13 wird das bisher gelernte Detailwissen in größeren
Projekten umgesetzt. Die Themenvorschläge für diese Projekte können vom Kurslehrer /
der Kurslehrerin oder von den SchülerInnen kommen.
Projektthemen sind z.B.:
Zusätzlich zu den Projekten sollen in dieser Jahrgangsstufe auch Probleme des
Datenschutzes sowie der gesellschaftlichen Auswirkungen des zunehmenden Computereinsatzes
analysiert werden.
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