INHALTLICHE UND METHODISCHE ANFORDERUNGEN IN DER SII

MUSIK

Im Unterricht der Oberstufe werden Kursthemen angeboten. Die Fragestellungen werden im Gegensatz zur Mittelstufe enger eingegrenzt und einheitlich mit fachspezifischen Arbeits-und Analyseverfahren bearbeitet. Die Themen beziehen sich jeweils auf ein bis zwei Lernbereiche, von denen es fünf gibt.

Lernbereiche:

  1. bezieht sich hauptsächlich auf Musiktheorie
  2. hier wird Musik unter formalen und semantischen Aspekten (was sagt Musik aus) betrachtet
  3. Musik als historisches Dokument (was verändert sich in der Musik durch gesellschaftliche und historische Einflüsse?)
  4. Musik, die eine Funktion hat, wird besprochen (z.B. Tanzmusik, politische Musik, Kirchenmusik u.a.)
  5. Musik als Gegenstand der Rezeption (Wie erlebt der Hörer Musik?)
  6. Psychologische, ästhetische und soziologische Fragestellungen stehen im Vordergrund

Auch werden die SchülerInnen zunehmend befähigt, Aufgaben selbständig zu lösen. Dazu gehören das Ausführen von kleineren Kompositionsaufträgen oder schriftlichen Analysen genauso wie der Vortrag von Referaten und zusammenhängende Darstellungen von Sachverhalten. Verstärkt werden auch musikwissenschaftliche Texte herangezogen.

Praktische Arbeit ergänzt je nach Themenschwerpunkt, Interessenlage und Fähigkeiten der SchülerInnen den Unterricht.

Grundlage für die Beurteilung der SchülerInnen bilden Qualität und Kontinuität ihrer mündlichen Mitarbeit im Unterricht. Auch die schon o.g. Protokolle, Referate und Gestaltungsaufgaben sowie Hausaufgaben und schriftliche Übungen werden mit einbezogen.

Als wichtiger neuer Aspekt kommt in SII die Möglichkeit hinzu, Musik als Klausurfach und damit als 3. oder 4. Abiturfach zu wählen.

Klausuranforderungen Musik

Die Klausurthemen beziehen sich auf die jeweiligen Lernbereiche. Für die Aufgabenform gibt es vier Möglichkeiten:

  1. Schriftliche Analyse eines kurzen Hörbeispiels anhand des vorliegenden Notentextes.
  2. Problematisierung eines Textes unter bestimmten Fragestellungen.
  3. Gestaltungsaufgabe (z.B. eine Komposition mit bestimmten Vorgaben, eine Collage o.Ä.)
  4. Schriftliche Hausarbeit (nur in 12,1 und 12,2).
    Die Arbeitszeit für die Anfertigung beträgt vier Wochen.


Vokal-und Instrumentalpraktische Kurse in der Jahrgangsstufe 12

Die Eigenart der Kurse liegt vornehmlich in der Vermittlung praktischer Fertigkeiten.
Praktische und theoretische Stundenanteile sind im Verhältnis 2:1 angeordnet.

Der theoretische Anteil der Kurse orientiert sich wie "normaler" Musikunterricht in der Oberstufe an den 5 Lernbereichen.

Der praktische Anteil reicht von Wissen/Fähigkeiten/Fertigkeiten erwerben (z.B. bezüglich Notationsformen, aufführungsrelevanter Zeichen, Ausdrucksmöglichkeiten der menschlichen Stimme) über die Übung sozialer Fähigkeiten (z.B. auf Zeichen reagieren, sich in eine Gruppe einordnen), Erfassen/Darstellen/Beschreiben musikalischer Strukturen bis zu Beurteilen und Deuten (z.B. aus der Notationsvorlage eines Stückes eine angemessene Realisation/Interpretation entwickeln).
Das bedeutet, dass SchülerInnen sich in umfassender Weise praktisch betätigen müssen, also zum Beispiel in einem vocalpraktischen Kurs ihre Stimme einsetzen müssen.
Nicht alle der oben angedeuteten Anforderungen werden jedoch bei jeder Kursthematik gefordert.

Die Kursthemen sind entweder an einer musikalischen Gattung (z.B. Musical, Spiritual/Gospel) oder
einem Motto (z.B. Liebeslieder) oder einer Epoche (z.B. Barocke Spielmusik) orientiert.
Die SchülerInnen sollen bei der Auswahl der zu erarbeitenden Stücke beteiligt werden. Es ist im Sinne der
Motivation auch sinnvoll, die erarbeiteten Stücke öffentlich aufzuführen.

Vokal-und instrumentalpraktische Kurse können auf die Gesamtqualifikation angerechnet werden, jedoch nicht Abiturfach sein.

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