Das Streitschlichtungsprojekt am Franken-Gymnasium 

Streitschlichtung brandaktuell (Stand Mai 2006)
Entwicklung des Projekts
Vorläufige Bewertung
Ergänzungen und Bilder


Ergänzungen und Bilder


Das aktuelle Streitschlichtungsteam im Schuljahr 2001/2002

Ausgangspunkt für die Einrichtung dieses Projektes am Franken-Gymnasium war die Beobachtung, dass es im Schulalltag immer mehr Konflikte und Streitereien zwischen Schülern gibt, die sich durch eine Schlichtung beilegen ließen. Dabei geht es nicht um die leichten Streitigkeiten, welche Schüler nach wie vor unter sich regeln können. Es geht aber auch nicht um schwerwiegende Konflikte (etwa kriminelle Erscheinungsformen von Gewalt wie brutale Schlägereien, Waffenanwendung u.ä.). Hier wären Schüler als Schlichter überfordert, diese Konflikte liegen weiterhin in der Hand der Lehrer bzw. müssen an Eltern, Polizei, Psychologen oder Therapeuten weitergegeben werden.

Aber es geht um die große Gruppe der „alltäglichen Erscheinungsformen“ von Gewalt wie Rempeleien und massive Beschimpfungen, Beschädigung von Sachen, womit wir alle im Schulalltag konfrontiert werden. Das Modell alternativer Konfliktlösung durch Schüler stammt aus Neuseeland (die coolen Schulen) und den USA ( In den USA ist die Mediation Bestandteil der Justiz). In Deutschland laufen erste Versuche in Schulen seit einigen Jahren mit Erfolg und finden zur Zeit eine weitere Ausbreitung.

Theoretisch basiert das Modell vor allem auf der Konfliktlehre von Johann Galtung (Gründer des internationalen Friedensforschungsinstituts in Oslo und wissenschaftlicher Berater der UNESCO) und auf dem Ansatz des Psychologen Daniel Goleman, der der Meinung ist, dass Menschen, die mit den eigenen Gefühlen und denen anderer bewusster und sensibler umgehen im Leben erfolgreicher sind (Stichwort „Emotionale Intelligenz“). Mediation (also Vermittlung eines Dritten in einem Streit) bedeutet in diesem Modell, dass ein älterer Schüler die Rahmenbedingungen schafft, dass der Streit zwischen jüngeren Schülern (zunächst Klasse 5und 6) beigelegt werden kann. Dabei sind und bleiben die „Streithähne“ die Hauptakteure, sie formulieren Lösungsvorschläge. Der Schlichter gibt dabei Hilfestellung, verhandelt mit den Kontrahenten ihre Vorschläge, so dass es letztlich zu einer Einigung kommt, mit der beide Beteiligten zufrieden sind. Das Ergebnis sind also Vereinbarungen, es werden keine Anordnungen gegeben. getroffen, denen beide Konfliktparteien zustimmen, keine Anordnungen gegeben. Das bedeutet, der Konflikt zwischen Schülern wird unter ihresgleichen gleichberechtigt gelöst. Das und nur das (Streitschlichtung zwischen Schülern durch Schüler) beinhaltet das Konzept.

Die Mediation ist keine Gerichtsverhandlung. Ziel ist es nicht, Schuld oder Unschuld herauszufinden, sondern- ohne Angst vor Bestrafung- selbständig unter Gleichberechtigten einen Weg zu finden, in Zukunft friedlich miteinander umgehen zu können.. Es gibt keine Schuldzuweisung, d.h. es gibt keine Gewinner oder Verlierer, denn Verlierer geben keinen Frieden, sie wollen Rache, wollen es dem anderen heimzahlen. Aber auch Gewinner geben oft keinen Frieden, das „Siegesgefühl“ , das Gefühl, moralisch überlegen zu sein, ist zu schön. Konflikte können nur beseitigt werden, wenn beide Kontrahenten etwas gewinnen. Man will Versöhnung, nicht Rache oder Sieg oder Schuldzuweisung, man will das Übel (die Gewalt ) bekämpfen, nicht den Übeltäter, man will - so weit möglich - die Ursache beseitigen. Ein wichtiges Stichwort dieses Ansatzes lautet Gewaltfreiheit. Die Schüler lernen im Schlichtungsgespräch Regeln zu beachten (einander aussprechen lassen, sich nicht beschimpfen usw.) und- unter Hilfestellung der Streitschlichter konstruktiv mit ihrem Konflikt umzugehen gemäß der Aussage von Martin L. King „Es gibt keinen Frieden, es sei denn, der Weg ist Frieden.“ Der Versuch, Konflikte selber zu lösen, verlangt Selbstverantwortung und Selbständigkeit von Schülern. Dies ist vielleicht schwierig zu erreichen. Es kann aber erreicht werden, wenn man Schülern die Möglichkeit dazu gibt. Wir Lehrer trauen dies unseren Schülern zu, und unsere Erfahrungen mit der Streitschlichtung in den letzten Jahren bestärken uns darin.

Mittlerweile ist die Streitschlichtung ein Entwicklungsschwerpunkt im Schulprogramm des Franken-Gymnasiums.
Das Projekt wird an unserer Schule von Frau Mölders geleitet.


Das Streitschlichtungsteam im Schuljahr 2000/2001


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