Mein Praktikum in Blaye

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Mein Praktikum in Blaye
Mon stage à Blaye

Frankreich und die Sprache französisch sind meine größte Leidenschaft.
So habe ich mich dazu entschlossen dieses Jahr (2012) während der Herbstferien (8.10-20.10) ein Praktikum in Frankreich zu absolvieren.
Aufgrund einer engen Freundschaft meiner Eltern zu einer Familie in Blaye war es mir möglich bei diesen unterzukommen.
Das Praktikum an sich sollte ursprünglich in einer Bäckerei sein, wo ich aushelfen sollte. Leider gab es jedoch einige Schwierigkeiten mit der Versicherung. Des Weiteren werden nichtschulische Praktika in Frankreich erst ab 18 Jahren genehmigt.
So kam es, dass Kontakt mit dem Collège Sébastien Vauban aufgenommen wurde, um nachzuhören, wie es dort mit einem Praktikum aussehen könnte.
Meine Französischlehrerin Frau Alfter rief Mme Réaux, die Deutschlehrerin des Collège an, um die Möglichkeiten eines Praktikums zu prüfen. Da aufgrund des Austauschs zwischen dem Franken-Gymnasium und den beiden Schulen in Blaye bereits Kontakt besteht, stieß die Idee eines Praktikums auch bei Madame Réaux sowie der Leitung des Collège auf Interesse und dem Vorhaben stand nichts mehr im Wege.

Nachdem alle Formalitäten (Versicherung, Brief an den Direktor etc.) geklärt waren, konnte die Reise losgehen.
Da meine Eltern ihre Ferien in Frankreich verbracht haben, konnten sie mich mit nach Frankreich nehmen.
Am Samstag, den 6.10. ging es morgens um 6 Uhr von Zülpich aus los. Um ca. 16 Uhr am selben Tag sind wir in Remoulins angekommen, wo meine Eltern ihre Ferien verbracht haben. Dort blieb ich noch eine Nacht, bevor mein Zug von Nîmes nach Bordeaux (eine Großstadt nahe Blaye) losfuhr.
Meine Eltern brachten mich also zum Bahnhof. So fuhr ich am Sonntag, den 7.10. allein mit einem Zug von Nîmes nach Bordeaux.
Da der Zug schon um 7.28 Uhr losfuhr, war ich schon um 12.30 in Bordeaux. Dort wurde ich herzlichst von meiner „zweiten Familie" (für diese zwei Wochen) in Blaye empfangen. Den restlichen Sonntag verbrachten wir bei Bekannten in Plassac nahe Blaye, wo französisch gegessen wurde und wir einen schönen Tag hatten.
Montag, den 8.10 sollte es dann in die Schule gehen. Ich hatte das Glück, nur 5 Minuten von der Schule entfernt zu wohnen, so bereiteten der Schulweg und das Essen während der Mittagspause keine Probleme.
So ging ich am Montag morgen zur Schule, um Mme Réaux um 7.45 vor der Schule anzutreffen.
Bis zu der einstündigen Mittagspause um 12 Uhr verbrachte ich den Tag mit der Sixième, den jüngsten Schülern des Collège. Für sie war es ein besonderer Tag, denn ihnen wurde bei einem gemeinsamen Frühstück in der Kantine gezeigt, wie wichtig das Essen vor der Schule ist. Desweiteren fanden an diesem Tag bis 12 Uhr verschiedene Stationen wie z.B. „Leben im Collège", „Körperhygiene" etc. statt.
Dann ging ich wie jeden Tag bei meiner Gastfamilie essen.
Um 13.05 Uhr fing der Unterricht wieder an und ich ging mit der Troisième D in den Unterricht wie den Rest der Woche.
Ich bekam meinen eigenen Stundenplan und hatte die Möglichkeit zu sehen wie der Unterricht in Frankreich abläuft.
Der Tagesablauf sieht wie folgt aus: Die Schule beginnt um 8.00 Uhr und alle zwei Stunden gibt es eine 20-minütige Pause.Die Unterrichtsstunde in Frankreich dauert eine Zeitstunde. Um 12 Uhr gibt es, wie bereits erwähnt, eine einstündige Mittagspause in der die Schüler die Möglichkeit haben in der Kantine zu essen. Wenn die Eltern den Schülern erlauben zum Essen nachhause zu gehen und die Möglichkeit dazu besteht, können die Schüler dies auch tun. So war es mir möglich zum Essen zu meiner Gastfamilie zu gehen.
Nach der Pause geht es mit dem Unterricht weiter. Meistens endet die Schule um 17.00 Uhr, manchmal (A- und B-Wochensystem) aber auch um 16 oder 15 Uhr. Mittwochs aber ist schon nach 12 Uhr frei!
Während der Schulwoche war es sehr interessant zu sehen, wo die Unterschiede zum deutschen Schulsystem liegen, z.B. gibt es in Frankreich die Fächerkombination Physik-Chemie. Des Weiteren gibt es auch ganz andere Fächer als hier wie z.B. Technologie.
Auffällig war außerdem, dass die meisten Lehrer sehr streng waren. So war es im Kunstunterricht komplett verboten zu reden.
Auch das Equipment der Schule war anders: Es gab in jedem Klassenzimmer einen Computer und die Tafeln waren meist sogenannte „Whiteboards" (mit speziellen Stiften beschreibbare Tafeln).
Das Wochende habe ich dann zusammen mit der Familie verbracht. Während des Wochenendes habe ich eine meiner Ausstauschschülerinnen wiedergetroffen und das war ein super Erlebnis!
Nach dem Wochende ging ich dann noch von Montag bis Mittwoch zur Schule. Am Freitag Morgen um 11.28 Uhr bin ich traurig von Bordeaux aus abgereist und um 16.46 Uhr in Nîmes angekommen wo meine Eltern auf mich gewartet haben.
Am Tag darauf ging es dann zurück nach Deutschland.

Mein Fazit für das Praktikum ist komplett positiv!
Es hat mich persönlich weitergebracht in Hinsicht auf Selbstständigkeit und Lebenserfahrung. Außerdem war es die beste Möglichkeit zu sehen wie der Alltag in Frankreich aussieht und auch um die Sprache zu verbessern, da man jeden Tag nur Französisch um sich herum hatte.
Ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen!

Lucie Heinz, Stufe 11