2014: Ein Europatag am Franken-Gymnasium Zülpich in Zeichen von Krieg und Frieden

IMG 1970Der Europatag 2014 am Franken-Gymnasium sollte, in Erinnerung an den Beginn des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren, bewusst machen, dass der Zusammenschluss Europas nach dem Zweiten Weltkrieg eine Zeit des Friedens ermöglichte, wie sie für frühere Generationen nicht denkbar gewesen war. Doch während das schrittweise Zusammenwachsen Europas den Schülern aus dem Unterricht bekannt ist, sollten sie sich an diesem Tag vor allem mit dem Thema „Krieg“ auseinandersetzen und konkret erfahren, wie unsere Region die Kriege des 20. Jahrhunderts erlebte.

Zunächst stellten im ersten Teil Schülerinnen und Schüler verschiedener Fächer die Ergebnisse ihrer Projekte vor. Ein Lateinkurs hatte sich anhand der Lektüre zum „Bellum Gallicum“ mit der Frage nach dem gerechten Krieg in der Antike beschäftigt; ein Geschichtskurs beleuchtete historisch wie auch aktuell das Geschehen auf der Krim, und Philosophie-, Religions- und Kunstkurse hatten sich kreativ mit der Thematik beschäftigt.

Im zweiten Teil beeindruckten die Zülpicher Zeitzeugen Hermann Josef Klinkhammer und Franz Josef Schulte unter Mitarbeit von Rita Reibold vom Zülpicher Archiv durch die engagierte und anschauliche Darstellung ihrer Kriegserlebnisse in Zülpich während des Zweiten Weltkriegs. Anhand von Originalaufnahmen gelang es ihnen Betroffenheit und differenzierte Einblicke in das Leben im Krieg zu vermitteln. So lernten die Schülerinnen und Schüler, dass der Wegfall des Schulunterrichts kein Anlass zur Freude war und dass das Aufsuchen der Bunker 1944 zur lebenswichtigen Routine wurde. Ohne den Vergleich mit Bildern aus der heutigen Zeit wäre es den Schülern nicht möglich gewesen, die zerstörten Straßenzüge zu identifizieren.

Schließlich hatten die Schülerinnen und Schüler im dritten Teil die Gelegenheit, als erste den Dokumentarfilm des Publizisten Achim Konejung mit dem Titel „Siegfrieds Fluch“ über das Rheinland im Ersten Weltkrieg zu sehen. Das historische Bild- und Filmmaterial zusammen mit packenden Schilderungen halfen die weit zurückliegende Zeit des Ersten Weltkriegs erfahrbar zu machen. So erfuhren die Zuhörer beispielsweise, wie die Eifel – in Vorbereitung des Kriegs gegen Frankreich – ab 1909 eine beispiellose Bautätigkeit von Eisenbahnlinien erlebte; Vettweiß und Zülpich wurden im August 1914 wichtige Ausladebahnhöfe. Der Traum vom schnellen Sieg erfüllte sich jedoch nicht; Konejungs Aufnahmen ließen ahnen, was der Stellungskrieg für die Soldaten in den Schützengräben bedeutete.

Lernen außerhalb des Klassenzimmers in der Auseinandersetzung mit Zeitzeugen und Experten kann es leichter machen historische Sachverhalte zu verstehen. Dieser Europatag sollte vermitteln, dass erst die Erfahrungen der Weltkriege dazu führten, dass sich die Europäer schließlich auf eine Politik der Zusammenarbeit und des Zusammenschlusses einigten. Und nur so konnte es ihnen gelingen Frieden und Wohlstand in Europa zu schaffen.

Thu

  • IMG_1970
  • IMG_1985
  • IMG_1998
  • IMG_1999
  • IMG_2007
  • IMG_2011
  • IMG_2016
  • IMG_2017
  • IMG_2039_1
  • IMG_2046