USA-Austausch 2012: Das Schulsystem: Die High School in den USA

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Das Schulsystem der USA ist etwas anders als das deutsche. Hier beginnt die Bildung in der Primary bzw. Elementary School (einer mehrjährigen Grundschule, ggf. inklusive Kindergarten oder Vorschuljahr). Darauf folgen der Besuch einer Middle School (meist 7. und 8. Klasse, teilweise auch noch 6. und 9.), und wenn diese abgeschlossen ist, der Besuch einer High School (9./10. bis 12. Klasse). Wenn die High School abgeschlossen ist, stehen viele Colleges zur Auswahl.
Die High School in den USA ist zu vergleichen mit den Gesamtschulen bei uns in Deutschland, außer, dass es dort keine sonstigen weiterführenden Schulen gibt.
Die High School hat für jede Jahrgangsstufe einen eigenen Namen:
 9. Klasse: Freshmen
 10. Klasse: Sophomores
 11. Klasse: Juniors
 12. Klasse: Seniors
Neben einigen Pflichtkursen gibt es natürlich auch Wahlfächer, bei denen die Schüler den Schwierigkeitsgrad mit Hilfe von Betreuungslehrern selbst bestimmen können. Man kann die Schule also entweder mit einem Hauptschulabschluss, der mittleren Reife oder dem Abitur verlassen.
Die Schüler haben außerdem jeden Tag denselben Stundenplan, der in sogenannte „periods" eingeteilt ist: Sechs Stunden Unterricht mit einer langen Mittagspause.

Im Folgenden möchten wir unsere eigenen Erfahrungen schildern und Unterschiede zu unserer Schule nennen:
Uns ist während unserer Anwesenheit in der Kenmore East High School aufgefallen, dass die Schule insgesamt viel größer ist und das so genannte „Gym" beziehungsweise die Sporthalle direkt in der Schule ist. In den amerikanischen Schulen sind die bei uns außerschulischen Aktivitäten im Unterricht mit eingebunden. Die Kinder haben somit die Möglichkeit, direkt nach der Schule ihrem Lieblingshobby nachzugehen. Sie müssen bloß ein paar Schritte bis zu den Sportanlagen gehen.

Des Weiteren gibt es auf der Kenmore East das Lehrerraumprinzip, bei dem jeder Lehrer seinen eigenen Raum hat und diesen nach Belieben „dekorieren" kann. Somit müssen die Lehrer nach den Stunden nicht die Räume wechseln. Die meisten amerikanischen Lehrerräume sind sehr persönlich gestaltet, das bedeutet, dass sie persönliche Bilder von ihrer Familie auf ihrem Schreibtisch stehen haben oder ihr Lehrmaterial in ihrem Schrank verstauen. Dies ist bei uns ähnlich, jedoch würden wir nie persönliche Gegenstände unserer Lehrer in ihrem Raum erwarten.

Zusätzlich ist uns aufgefallen, dass es auf der Kenmore East keine Vorschrift gibt, welche Kleidung zu tragen ist. So kommen einige Schüler mit Jogginghose und Hausschuhen zur Schule. Bei manchen Schülern waren wir uns unsicher, ob es nicht sogar vielleicht noch der Schlafanzug war, den sie zum Schulbeginn in der Schule trugen.
Auf der Kenmore East hat jeder Schüler sein eigenes Schließfach, für welches sie nichts bezahlen müssen; es ist mit einem Zahlenschloss versehen. Morgens, bevor der Unterricht beginnt, muss jeder Schüler seine Aufmerksamkeit den Lautsprechern schenken, die dazu auffordern, aufzustehen, seine rechte Hand auf sein Herz zu legen und der Flagge einen Schwur zu leisten.

Alles in allem ist es schwer, das amerikanische Schulsystem mit unserem zu vergleichen, weil es sehr große Differenzen zwischen ihnen gibt; man kann aber auch die ein oder andere Sache von zu Hause wieder erkennen.
Julia Schulte und Consuela Schneider, Q1