9a und 9b in der Oper

Am 5.Mai besuchten zwei Klassen der Jahrgangsstufe 9 im Rahmen des Musikunterrichts mit Frau Deußen-Rauls und Herrn Petermann George Bizets Oper „Carmen" in der deutschen Oper am Rhein Düsseldorf- Duisburg.


Die Uraufführung der Oper war bereits am 3.März 1875, die jedoch bei Pariser Kritikern damals keinen Anklang fand. Heute ist „Carmen" einer der größten Welterfolge in der Operngeschichte. Der Erfolg stellt sich aber erst im Oktober 1875 in Wien ein. Bizet war jedoch am 3.Juni verstorben und konnte so nicht mehr den Erfolg seiner Oper miterleben. Vielleicht trug aber auch der Misserfolg der Oper zu seinen Lebzeiten dazu bei, dass Bizet im Alter von 36 Jahren starb.

Inhaltlich steht die Geschichte von Carmen, einer Zigeunerin, und deren Beziehung mit Don José, einem Soldaten, im Vordergrund. Don José gibt sein altes Leben auf, um mit dem Zigeunermädchen Carmen zusammen zu sein. Spannungen treten jedoch auf, als Carmen mit dem talentierten Stierkämpfer Escamillo zusammenkommt. Don José, der mittlerweile die Kadaver aus der Stierkampfarena holt, ist so erbost darüber, dass er Carmen, seine große Liebe, ersticht.
Vor dem Besuch der Opernaufführung hatten die Schüler bereits im Unterricht den groben Handlungsverlauf mit den Lehrern besprochen.
Im Opernhaus angekommen, gab es, bevor die eigentliche Vorstellung begann, eine kleine Einführung von Seiten der Oper. Drei Schülerinnen eines Duisburger Gymnasiums spielten einen selbst verfassten Dialog zwischen Don José, Carmen und einem Journalisten vor. Zudem wurde über die Motive für die Gestaltung der spanischen Kulisse informiert, die stark von den expressiv dunklen Bildern des Künstlers Francisco José Goya inspiriert waren.
Die Aufführung entführte in eine dunkle, poetische Welt des andalusischen 19. Jahrhundert. Die zeitlose Kulisse, ein Gemäuer, das mal als Zigeunerhochburg mal als Gefängnis diente, eingetaucht in schummeriges Licht, ließ den Fokus auf den Figuren ruhen.
Die Bühne von Rifail Ajdarpasic ließ Platz für viele versteckte Handlungen in verschiedenen Farbschattierungen, die erst die mystische Stimmung ausmachten, die den ganzen Saal erfüllte. Die schwarzen Mauern, die sich nach oben auftürmten, ließen einen bereits ein böses Ende erwarten. Dieser Eindruck wurde durch viele weitere verschiedene Details verstärkt.
Besonders im vierten Akt fiel auf, wie das Bühnenbild die Stimmung beeinflusste, als Don José fragte, ob Carmen ihn noch liebe. Während sie immer wieder nein sagte, schloss sich in Hintergrund ein schwarzes Tor, was die Dramatik steigerte und als dieses zufiel, brach Carmen zusammen und blieb leblos liegen. Don José war erschrocken über das, was er getan hatte. Mit diesem erschreckenden Bild endete die Oper und entließ den Zuschauer in einem schockierten, traumatisierten Zustand. Während sich die Schauspieler verbeugten, schien dieses Gefühl bestehen zu bleiben.
Auch als man jedoch das Opernhaus verließ und in den Sonnenschein trat, erschien dem Zuschauer das dunkle Schauspiel nur noch dramatischer. Carlos Wagners Inszenierung bestach durch das Zusammenspiel der Musik, der Figuren, der Kulisse und des typischen andalusischen Flairs.
Obwohl das Werk in Originalsprache, Französisch, aufgeführt wurde, folgten die mehr als zwanzig Schüler der fast dreistündigen Aufführung gebannt, da sie beeindruckt waren von dem leidenschaftlichen Spiel zwischen dem zerrissenen Don José, dem angesehen Stierkämpfer Escamillo und der freiheitsliebenden Carmen.

Celine Lorraine Puritz