logo-europaschule

 

 

 

 

 

 

Hausaufgabenkonzept des Franken-Gymnasiums Zülpich

Leitgedanken

Hausaufgaben sind integraler Bestandteil jeglichen allgemein-, berufs- und hochschulischen Lernens. Sie ergänzen die schulische Arbeit, deren wesentlicher Teil im Unterricht geleistet wird. Hausaufgaben bergen das Potential, Grunderfahrungen in einem individuellen Lernprozess sammeln zu können. Schüler sollen sich darin üben, den eigenen Lernprozess selbst zu organisieren und durch eigenes Handeln erfolgreiches und nachhaltiges Lernen zu praktizieren, was zu einer gelungenen Persönlichkeitsentwicklung beizutragen vermag.

Neben Erfolgserlebnissen ist in diesem Prozess auch die gelegentliche Erfahrung und Verarbeitung von Misserfolgen bedeutsam, wobei sowohl die (häufigeren) Erfolgserlebnisse als auch die (selteneren) Misserfolgserfahrungen stets zu einer verstärkten Leistungs- und Anstrengungsbereitschaft des Schülers führen sollen.

Insgesamt muss Hausaufgaben eine erhebliche Bedeutung für die Sicherung der schulischen Qualität und für den schulischen (und späteren beruflichen) Erfolg attestiert werden.

Allgemeine Pflichten aus dem Schulverhältnis (SchulG NRW 2006, § 42, Abs. 3)

Schülerinnen und Schüler haben die Pflicht, daran mitzuarbeiten, dass die Aufgabe der Schule erfüllt und das Bildungsziel erreicht werden kann. Sie sind insbesondere verpflichtet, sich auf den Unterricht vorzubereiten, sich aktiv daran zu beteiligen, die erforderlichen Arbeiten anzufertigen und die Hausaufgaben zu erledigen.

Sinn und Zweck von Hausaufgaben

Gemäß Hausaufgaben-Erlass sollen Hausaufgaben vornehmlich folgende Zwecke erfüllen:

  • Hausaufgaben sollen das im Unterricht Erarbeitete einprägen, einüben und anwenden (= Festigung von Unterrichtsinhalten).
  • Sie sollen zur Vorbereitung neuer Aufgaben genutzt werden, die im Unterricht einer Lösung zugeführt werden.
  • Sie sollen Gelegenheit zu selbständiger Auseinandersetzung mit einer begrenzten neuen Aufgabe bieten.
  • Durch die selbsttätige Beschäftigung mit neuen Aufgaben sollen Schüler befähigt werden, Lernvorgänge selbst zu organisieren sowie Arbeitstechniken und Arbeitsmittel selbst zu wählen und einzusetzen.

Bei der Erteilung von Hausaufgaben sind folgende zentrale Grundsätze zu beachten:

  • Hausaufgaben erwachsen aus dem Unterricht oder führen wieder zu ihm zurück.
  • Sie berücksichtigen in ihrem Schwierigkeitsgrad und Umfang die Leistungsfähigkeit der Schüler.
  • Sie sollen von den Schülern selbständig, d.h. ohne fremde Hilfe, und in angemessener Zeit (s.u.) gelöst werden können.
  • Die gestellten Aufgaben können in Abhängigkeit von der Leistungsfähigkeit und den Neigungen der Schüler differenziert werden.

Arten von Hausaufgaben

Aus verschiedenen Perspektiven betrachtet können im Wesentlichen folgende Arten von Hausaufgaben gestellt werden:

  • terminlich fixierte Hausaufgaben
  • laufende/stehende Hausaufgaben (z.B. Lernen von Vokabeln)
  • Aufgaben, die in der Eigenverantwortung der Schüler liegen (z.B. Vorbereitung auf Klassen-/Kursarbeiten)
  • nach- und vorbereitende Hausaufgaben
  • mündliche und schriftliche Hausaufgaben
  • kognitive, künstlerische, musikalische und sportbezogene Aufgaben
  • auf die jeweilige Phase des Fachunterrichts bezogene Hausaufgaben
  • unverzichtbare Hausaufgaben (Vokabeln lernen, Aussprache üben, Lektüre lesen, mündlichen Vortrag üben etc.)

Umfang der Hausaufgaben

Gemäß Hausaufgaben-Erlass soll die für die Erledigung der Hausaufgaben bemessene Dauer in der Sekundarstufe I folgenden Vorgaben genügen:

  • für die Klassen 5 und 6: maximal ca. 90 Minuten pro Tag
  • für die Klassen 7 bis 10 (EF): maximal ca. 120 Minuten pro Tag

Für die Oberstufe (Q 1 und Q 2) sind diesbezüglich keine Richtwerte vorgegeben.

An Tagen mit Nachmittagsunterricht werden keine Hausaufgaben für den Unterricht des folgenden Tags gestellt.

Kontrolle, Sanktionen und Bewertung der Hausaufgaben

(Schriftliche und mündliche) Hausaufgaben werden regelmäßig überprüft und für die weitere Arbeit im Unterricht ausgewertet. Mündliche Aufgaben sind als genauso wichtig einzustufen wie schriftliche.

Schüler, die ihre Hausaufgaben unvollständig oder nicht erledigt haben, melden sich unaufgefordert zu Beginn der Unterrichtsstunde. Nicht erledigte Hausaufgaben sind für die nächste Stunde des gegebenen Unterrichtsfaches nachzuholen und ohne Aufforderung vorzulegen. Bei dreimaliger Nichterledigung der Hausaufgaben (in demselben Fach) erfolgt gemäß Beschluss der Lehrerkonferenz eine Mitteilung an die Eltern zur Kenntnisnahme und mit der Maßnahme, die nicht erbrachte Arbeitsleistung im Silentium (dienstags in der 7. Stunde) nachzuholen.

Fehlt ein Schüler im Unterricht, ist der versäumte Unterrichtsinhalt und, wenn Hausaufgaben gestellt wurden, sind auch diese – soweit wie möglich – nachzuholen.

Hausaufgaben werden in der Regel nicht benotet, sollen jedoch unter pädagogischen Aspekten Anerkennung finden.

Unterstützungsmaßnahmen am FraGy

Um die durch die Schulzeitverkürzung im Land Nordrhein-Westfalen (G8) bedingte zeitliche Mehrbelastung der Schüler (höhere Wochenstundenzahl) im Bereich der Hausaufgaben auf ein altersangemessenes und sinnvolles Maß zu begrenzen und um die Schüler bei der Bearbeitung von häuslichen Aufgaben zu fördern, bietet unsere Schule vielfältige Maßnahmen an. Dazu zählen insbesondere:

  • Im Rahmen des überfachlichen Angebots „Lernen lernen“ in der Jahrgangsstufe 5 werden u.a. Lerntechniken zur Anfertigung von Hausaufgaben vermittelt.
  • Im Kontext des Methodentrainings in den Jahrgangsstufen 5-9 werden u.a. Methoden zur altersadäquaten Bearbeitung von (Haus-)Auf-gaben und zur Präsentation von Arbeitsergebnissen vermittelt.
  • Professionelle, institutionalisierte Hausaufgabenbetreuung erfolgt im Offenen Ganztag des Franken-Gymnasiums.
  • Hausaufgabenhilfe an unserer Schule bietet ggf. der Förderunterricht in der Sekundarstufe I. Vorrangige Zielsetzung des Förderunterrichts ist allerdings die Verbesserung des fachspezifischen Leistungsstandes.
  • Ein individuelles Doppelstundenmodell in den Hauptfächern führt zu einer Reduzierung der Unterrichtsfächer pro Tag und damit zu einer verminderten Belastung durch Hausaufgaben.
  • Epochalunterricht in Biologie, Chemie, Physik, Kunst und Musik reduziert die Anzahl der Unterrichtsfächer im gegebenen Halbjahr und trägt dadurch ebenfalls zu einem insgesamt herabgesetzten Umfang der Hausaufgaben bei.
  • Empfehlungen für die fachspezifische Anfertigung von Hausaufgaben wurden von den einzelnen Fachschaften erarbeitet und werden den Schülern in Abhängigkeit von jahrgangsstufen- und fachbezogenen Anforderungen erteilt.

Empfehlungen für die elterliche Hausaufgabenbetreuung der Kinder

Da Hausaufgaben selbständig erledigt werden sollen, sind v.a. inhaltliche Hilfen durch Eltern (oder Nachhilfe) nur in besonderen Fällen (z.B. Krankheit) sinnvoll. Vielmehr sollten Eltern

  • Interesse am schulischen Werdegang ihrer Kinder zeigen und emotionale Zuwendung geben,
  • Mut machen (z.B. bei schwierigen Aufgaben) und ggf. Orientierungshilfen geben,
  • einen altersangemessenen Arbeitsplatz für das Kind einrichten und – nicht zuletzt –
  • dafür Sorge tragen, dass die Hausaufgaben erledigt werden, aber – im Extremfall – keine entmündigende Überwachung praktizieren.

Empirische Befunde

In der Bildungswissenschaft stellt sich die Frage nach der Effektivität von Hausaufgaben und sonstigen außerunterrichtlichen Aufgaben. Hierzu einige wichtige Aspekte:

  • Qualität und Intensität von Hausaufgaben sind wichtiger als die Quantität bzw. Zeitdauer.
  • Regelmäßigkeit und Sorgfalt bei der Bearbeitung von Hausaufgaben zahlen sich aus.
  • Hausaufgaben sollen gut in den Unterricht integriert sein.
  • Direkte Einmischung der Eltern sollte nur in Ausnahmefällen erfolgen.
  • Wichtiger (als Einmischung) ist eine emotionale Unterstützung des Kindes.

Evaluation

Die verschiedenen Konferenzen des Franken-Gymnasiums befassen sich in regelmäßigen Abständen mit den Grundsätzen und Maßstäben für Hausaufgaben sowie deren Verteilung. Sind Modifikationen erforderlich, werden sie der Schulgemeinschaft mitgeteilt.

Hausaufgabenkonzept des Franken-Gymnasiums Zülpich, allgemeiner Teil, vom 02.09.2014 (Sd).