Planspiel "Destination Europe"

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Während der Projekttage am Franken-Gymnasium im September 2016 nahmen wir, eine Gruppe von 18 Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgangsstufen EF und Q1, am Planspiel "Destination Europe" teil. Dieses wurde von einem außerschulischen Partner, dem Institut für internationale Bildung (CIVIC), angeboten.

Zu Beginn führten uns Frau Thee und Herr Schwedt vom CIVIC-Institut in die Problematik der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik ein. Nachdem wir uns über die Aufgaben der EU und ihrer Gremien (Kommission, Parlament, Rat) sowie über die aktuelle politische Lage angesichts der sog. "Flüchtlingskrise" informiert hatten, begannen wir mit der Organisation des Planspiels. Die Moderatoren stellten uns Ablauf und Ziel des Planspiels vor, nämlich ob und wie eine gemeinsame europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik im Spannungsfeld von humanitärem Asylrecht und der Frage der Aufnahmebedingungen und Aufnahmewilligkeit der einzelnen EU-Staaten gestaltet sein könnte. Inhalt des Planspiels und damit unsere Aufgabe war es, eine entsprechende EU-Gesetzgebung durch Kommission, Europäisches Parlament und Rat hinsichtlich einer gemeinsamen Flüchtlingspolitik zu simulieren.

Die Rollen, die wir einnahmen, hatten eine große Vielfalt: Vom rechtsradikalen Franzosen bis zum Grünen-Abgeordneten aus Spanien war alles vertreten. Zunächst bereiteten wir uns anhand von Informationsmaterialien auf unsere Rolle individuell vor. Ab diesem Punkt waren wir nicht mehr nur Schüler eines Gymnasiums, sondern auch Politiker auf europäischer Ebene, die fortan in verschiedenen Räumen in EU-Kommission, Parlament oder Rat tagten.

Die Kommission fing an mit einem Gesetzesvorschlag zur künftigen Asyl- und Flüchtlingspolitik. Danach hatte das Parlament über diesen Vorschlag zu beraten und ggf. Änderungsvorschläge zu beschließen. Im Rat fanden anschließend die weiteren Beratungen zum Gesetzesvorschlag statt.

In unserem Fall musste es zu einer zweiten Lesung im Parlament kommen, da eine gemeinsame politische Strategie an den zum Teil gegensätzlichen Sichtweisen der Mitglieder scheiterte. Diskussionspunkte, die eine einstimmige Position verhinderten, waren beispielsweise die Überwachung der Grenzen, die Verteilung der Flüchtlinge auf die EU-Staaten sowie das Vorgehen bei der Registrierung der Flüchtlinge. Doch auch in der zweiten Lesung kam man nicht überein, sodass ein Vermittlungsausschuss, der das weitere Vorgehen zu beratschlagen hatte, eingesetzt werden musste.

Damit war das Planspiel vorüber und es folgte die Auswertung. Uns wurde klar vor Augen geführt, welche Schwierigkeiten hinsichtlich der Flüchtlingsfrage innerhalb der EU bestehen und dass bestimmte Sichtweisen einiger Mitglieder unvereinbar erscheinen. Andererseits stellten wir fest, dass ein Planspiel stets nur einen vereinfachten, oberflächlichen Eindruck von der Realität vermitteln kann.

Insgesamt beurteilten wir das Planspiel, seine Durchführung und Moderation als sehr gelungen und informativ. Mit einem Dankeschön verabschiedeten wir Frau Thee und Herrn Schwedt und nahmen wieder unsere alltägliche Rolle als Schüler ein.