Studienfahrt der Jgst. 13 nach Wien

Morgens, zu einer recht unchristlichen Stunde, begann unsere Wienfahrt. 33 Schüler, zusammengewürfelt aus den übriggebliebenen Leistungskursen, an der Spitze unsere wagemutigen Stufenleiter Herr Brettschneider und Frau Zingsheim und die junge (von den Jungs auch als äußerst hübsch bezeichnete) Referendarin Frau Schönenberg, trauten sich 12 Stunden in einem stickigen Bus zu, um ihr Reiseziel DSCF4705-testWien zu erreichen.

Nachdem sich der Busfahrer nach einer kurzen Ansprache schon mal als nett erwiesen hatte, konnte die Fahrt ja gar nicht so schlimm werden. Bald rächte sich allerdings der am Morgen getrunkene Kaffee und man wartete unter Qualen stundenlang auf die nächste Raststelle, an der dann das Rennen um die Toilette begann. Abends kamen wir endlich, ein wenig fertig, aber gut gelaunt am Hotel Acadamia an.

Die Lage war super. Es lag genau mittig in Wien und die nächsten Cafés und Bars waren auch nicht weit entfernt, wie viele bereits nach wenigen Minuten erkundet hatten. Weniger Hartgesottene verbrachten den Abend ruhig im Hotel, doch die meisten machten sich auf den Weg, um das Nachtleben Wiens zu erkunden.

Am nächsten Tag ging das eigentliche Programm los. Wir stiegen wieder in den Bus und bekamen mit Hilfe einer „echten“ Wiener Gruppenführerin die Stadt gezeigt. Diejenigen, denen die wunderschöne barocke Architektur am Vortag noch nicht aufgefallen war, konnten diese nun ausführlich bestaunen, falls es sie interessierte. DSCF4404-testAm Stephansdom, den die Wiener liebevoll ihren „Steffel“ nennen, stiegen wir aus und setzen unsere Stadterkundung zu Fuß fort. Nach vielen kleinen Gassen, atemberaubenden Bauwerken und einer Menge von kleinen Anekdoten unserer Reiseleiterin beendeten wir die Führung und konnten uns nun unsere Zeit selbst einteilen. Manche verschlug es, auf Anraten der Reiseleiterin, hinauf auf den Stephansdom. Wer schon mal den Kölner Dom hinaufgestiegen ist, kann sich ungefähr vorstellen, wie mühsam dies ist. Hunderte von alten Stufen, auf einer engen, schmalen Wendeltreppe. Kreuzten sich die Wege der Hinabsteigenden mit den Hinaufsteigenden, hieß es zudem noch Geschick zu beweisen, um nicht rückwärts fallend alle Stufen wieder hinunter zu gelangen. Als wir oben ankamen, konnte man allerdings sagen, dass sich der Aufstieg gelohnt hatte, und das nicht nur, um die pflichtmäßigen Postkarten und Mitbringsel für die Familie zu kaufen, die es dort im eigenen Shop gab. Ob es wohl ein schöner Beruf ist, mindestens einmal am Tag den ganzen Dom hinaufzusteigen? Sportlich wird man jedenfalls.

Jeder verbrachte seine Freizeit in unterschiedlicher Weise. Manche traf man in Wiens Innenstadt, in der man von einem Modegeschäft ins nächste pilgern konnte. Ein wahres Shoppingparadies! Andere verschlug es wohl eher in den Stadtpark. Das Besondere an Wien sind die vielen Grünanlagen, die es dort gibt. Der Stadtpark bildet den Kern des Ganzen und war bei sommerlichen 30 Grad, DSCF4293-testeinem wolkenlosen Himmel und dem Duft von Hunderten von Blumen ein sehr angenehmer Entspannungsort.

Am Abend fand sich unsere Gruppe dann in dem Restaurant „Gulaschmuseum“ ein. Die Auswahl war recht groß, und reichte von einfacher Suppe bis hin zu ausgefallenen Spezialitäten wie Pferdegulasch. Den Rest des Abends konnte dann jeder ausklingen lassen wie er wollte, solange wir uns um 12 Uhr ordentlich und brav bei unseren Lehrern im Hotel einfanden. Für die meisten hieß es dann, schöne Kneipen und Pubs ( mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis) auszumachen.

Am nächsten Tag machte man sich, bei strahlendem Sonnenschein, auf, um Schloss Schönbrunn zu besichtigen, die ehemaligen Residenz des Kaiserehepaares Sissi und Franz. Die optimale Gelegenheit, den alten Kindheitswunsch Prinzessin zu werden, wieder auffrischen zu lassen.

Das Schloss war einfach fantastisch. Jeder Raum war mit einer anderen wunderschönen Tapete ausgestattet.( Es gab sogar eine ganze Dschungellandschaft.) Und die Decken waren mit herrlichem Stuck gespickt. Über unseren Audio-Guide konnten wir frei wählen, was und wie lange wir etwas über die Räume und das Leben der kaiserlichen Familie erfahren wollten. Danach bekam jeder noch sein Ticket für den Tiergarten. Im Grunde ist dies ein ganz normaler Zoo, der nur durch die Tatsache, das er der älteste Zoo der Welt ist, besonders wird. Für alle Tierliebhaber war dies bestimmt eine lohnenswerte Erfahrung aufgrund der vielen Tiere, die sichtlich zufrieden wirkten.

Am Mittwoch wollten wir Wien noch ein wenig genauer kennenlernen und besuchten zuerst das Sissi-Museum und die Silberkammer. Was das Interessante daran ist, sich tausende silberne und goldene Gabel, Teller und MesserDSCF4458-test anzugucken, bleibt mir bis heute ein Rätsel. Dagegen konnte das Sissi-Museum aber überzeugen. Erneut mit Hilfe eines Audioguides konnten wir so viel über die hübsche Kaisern Sissi und ihr zum größtenteils trauriges Leben erfahren.

Später gingen wir in die berühmte Nationalbibliothek Wiens. Man muss sich das folgendermaßen vorstellen: Tausende alte Bücher waren um die 20 Meter hoch in aus dunklem Holz bestehenden, gigantischen Bücherregalen angeordnet. Wer hoch zur Decke schaute, konnte zudem noch ein riesiges Fresko mit christlichen Motiven bestaunen.

Mit unserer nachfolgenden Freizeit wussten einige von uns interessante Sachen anzufangen. Manche zog es ins Madame Taussauds, dem Wiener Wachsfigurenkabinett, und einige wenige besuchten die Spanische Hofreitschule, die weltweit für ihre einzigartigen Vorstellungen bekannt ist. Witzigerweise haben dort alle ausschließlich männlichen Pferde einen weiblichen Namen.

An unserem letzten Tag in Wien besuchten wir das Hundertwasserhaus, welches von Friedrich Stowasser errichtet wurde. Ein recht eigenartiger Künstler, der allerdings einen ausgesprochenen Sinn für Ökologie besaß und diesen auch versuchte in sein Haus mit einzubauen. So ist der Boden im Haus zum Beispiel dem eines Waldbodens nachempfunden, sehr uneben und auch Bäume wachsen aus einigen Fenstern heraus. Falls dies einige aus unserer Gruppe noch nicht hat abschrecken lassen, so tat es sein „Manifest der heiligen Scheiße“ , in welchem er seine Gedanken über die ökologische Verwendbarkeit von Fäkalien darlegte. Die Wiener hielten allerdings einiges von ihm und haben zum Beispiel die Müllverbrennungsanlage der Stadt von ihm konstruieren lassen. Danach folgte der, von vielen bereits erwartete, Besuch des Praters, einer täglich stattfindenden Kirmes. Dort konnte man im Prinzip alles machen, was das Herz begehrte und die Geldbörse erlaubte, von Zuckerwatte bis zur Wildwasserbahn gab es dort alles.

Den Abschluss des Tages bildete das gemeinsame Abendessen in einem sehr schönen Restaurant, das alle Erwartungen vollends erfüllte. DSCF4223-testGigantisch waren jedoch die Größen der Speisen. Bestellte man beispielsweise einen Spieß, konnte es gut sein, dass dieser einen Meter lang war. Durch den glücklichen Umstand, dass am nächsten Tag gleich zwei unser Gruppe Geburtstag haben würden, durften wir sogar bis 2 Uhr in der Früh hineinfeiern. Dabei wurde manch interessante Bar ausfindig gemacht. Die mit Abstand schönste war allerdings eine, die ein interessantes Konzept hatte: alle Wände und Tische waren mit Tafelfolie ausgestattet und konnten nach Belieben von den Besuchern bemalt werden. Hier zeigten sich einige Talente aus unserer Gruppe und zauberten faszinierende Kunstwerke.

Am nächsten Tag ging es dann für uns wieder in den Bus und wir traten, ein wenig traurig aber dennoch froh, eine so schöne Fahrt gehabt zu haben, unsere 12- stündige Reise nach Hause an.