ESN Science Fair Istanbul

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           „Noch 3 Tage bis wir fliegen!" „ Noch 2 Tage!!" „Morgen!!!"

Nach einem wackeligen Flug in den frühesten Morgenstunden erreichten wir am 30. April um 7 Uhr Ortszeit unser langersehntes Ziel: Istanbul!

Dort holte uns der Projektleiter des Science Fair, Murat Genç, vom Flughafen ab und wir erhielten auf der Busfahrt zur Schule einen ersten Einblick in die neue Kultur. Dieser wurde sofort geprägt durch den türkischen Straßenverkehr, welchen man hierzulande als ‚das reinste Chaos' bezeichnen würde, in dem wir überraschenderweise unseren gesamten Aufenthalt über keinen einzigen Unfall beobachten konnten.
Obwohl wir unsere Austauschfamilien bereits durch E-Mail-Kontakt kannten, waren wir alle sehr aufgeregt, was uns wohl erwarten würde.
Unsere Aufregung legte sich jedoch schnell und wechselte in Neugierde, als wir an der Schule ankamen und von unseren Gastgebern sehr freundlich in Empfang genommen wurden.

Auf einen mehr oder weniger ruhigen Tag in unseren Gastfamilien folgte das Zusammentreffen in der Schule am nächsten Tag, als wir unsere Austauschpartner in ihren Unterricht begleiteten.
Doch zu Beginn bewies man uns: Andere Länder – Andere Sitten: Wir wurden mit der Tradition überrascht, die Nationalhymne vor dem ersten Unterricht der Woche zu singen.
Hierfür stellten sich alle Schüler in Reihen auf dem Schulhof auf und sangen gemeinsam.
Wir stellten fest: In der Türkei gibt es noch etwas, das man 'Gemeinschaftsgefühl' nennen kann...
Und das fühlte sich nicht schlecht an.

Am Dienstag waren dann auch die anderen Teilnehmer des Projektes eingetroffen. Die Schüler waren aus Sarnico (Italien), Wiesbaden (Deutschland) und Valkeakoski & Pälkäne (Finnland) angereist und bereits morgens wollten sich alle gegenseitig kennenlernen. So wurden Sprachkenntnisse der anderen Nationen ausgetauscht, über die Anreise gesprochen und es kam eigentlich sofort jeder mit jedem gut zurecht.

Nach einer Begrüßung der Schul- sowie Projektleitung begann auch schon das abwechslungsreiche Programm.
Die Schiffsfahrt über den Bosporus zu Beginn – ein kaum spürbarer Wechsel zwischen Asien und Europa – war die beste Gelegenheit, die Schüler aus Finnland, Italien, Deutschland und der Türkei näher kennenzulernen und die Sonne bei 30° C zu genießen!
Im Laufe der nächsten Tage wurden vormittags die vorbereiteten Wissenschaftsprojekte der einzelnen Schülergruppen präsentiert.
Diese reichten von Biologie über Sprachforschung bis hin zu Physik und Geologie.

Unsere Themen, die wir mit Unterstützung von Herrn Kreuels vorbereitet hatten, lauteten so ''Mind your mommy! Or: what we can learn about mummification from embalming hot dogs'' (Marvin Müller und Hagai Muro) und ''Are fingerprints inherited?'' (Elif Ceren Koluman, Gregor Zens und Lara Maschke).
Marvin und Hagai hatten in den Monaten vor unserer Präsentation verschiedene Würstchen auf zwei unterschiedliche Weisen mumifiziert und deren Entwicklung protokolliert. Unsere Gruppe hatte Fingerabdrücke von Freiwilligen gesammelt, in 3 Kategorien eingeteilt und untersucht, inwieweit die Muster eines Abdruckes erblich sind. Dieses Projekt wurde am Ende der Woche sogar als die beste Präsentation bewertet und bescherte uns einen 'Oskar'.
Nachmittags brachte man uns die türkische Kultur & Landschaft nah, inklusive eines Besuches des Grand Bazaar und der Möglichkeit, die Moschee Sultan Ahmet, besser bekannt als ''die blaue Moschee'' zu bestaunen.
Bevor wir am Samstag Abend die Rückreise antreten mussten, besuchten wir noch die 5. Science Fair, bei welcher Schüler aus der gesamten Türkei weitere Wissenschaftsprojekte ausstellten. Leider waren 98% dieser Plakate in türkischer Sprache und wir konnten uns nur durch Nachfragen einen Eindruck davon verschaffen.
Nicht zu vergessen ist noch das Wetter: Bis auf einen Tag begleiteten uns Sonnenschein und Wärme! Da ließ es sich an der Freizeit gut an der Küste aushalten.
Nach einem kleinen Malheur (Die Batterie in Herr Kreuels Auto wollte nicht mit uns kooperieren) und einem damit verbundenen Frühsport (dem Schieben des Autos durch das Kölner Flughafen-Parkhaus) lagen wir am 6. Mai gegen 3:30 Uhr deutscher Zeit in unseren heimischen Betten: hundemüde...
... aber auch wahnsinnig bereichert.

Wir wünschten uns sofort, spätestens aber, als uns montags der Schulalltag und somit die Klausurphase einholten, zurück ins Morgenland...

Lara Maschke, Stufe 11