|
Der Kölner Stadtanzeiger schreibt: Kampf um Liebe und EhreVon Michael Greuel
Der Literaturkurs des Franken-Gymnasiums brachte das Shakespeare-Stück „Viel Lärm um nichts" auf die Bühne. Vor allem der Wortwitz des Engländers hatte es den Zwölftklässlern angetan.
Die knapp 400 Zuschauer in der Zülpicher Stadthalle waren nicht nur von den schauspielerischen Leistungen der Schüler begeistert, sondern auch von dem gut gemachten Bühnenbild und den aufwändigen Kostümen.
|
... Letztgenanntes Stück brachte der Literaturkurs der Jahrgangsstufe 12 des Franken-Gymnasiums am Freitagabend in der Zülpicher Stadthalle vor knapp 400 Zuschauern auf die Bühne. Seit Anfang des Jahres hatten die 23 Schüler mit ihrer Lehrerin Ursula Ley für die Aufführung geprobt. Außerdem entwarfen sie das Bühnenbild und recht aufwändige Kostüme. Dass die Wahl ausgerechnet auf Shakespeares „Viel Lärm um nichts" (im Original:
„Much Ado about nothing") fiel, war laut Ursula Ley das Ergebnis eines demokratischen Prozesses: „Wir haben zu Beginn des Kurses in mehrere Stücke unterschiedlicher Autoren
hineingelesen und dann abgestimmt." ...
![]() |
SCHAUSPIELER:
MITGLIEDER DER STADTWACHE
|
![]() |
... Ausschlaggebend für die Entscheidung der Schüler war der Wortwitz, der die Dialoge aus Shakespeares Feder kennzeichnet. Den Mittelpunkt der Komödie bildet ein Kampf um Liebe und Ehre, an dessen Ende ein romantisches „Happy End" steht. Die beiden italienischen Adligen Claudio und Benedikt kehren aus dem Krieg zurück an den Hof ihres Verbündeten Leonato, dem Gouverneur von Messina. Dort verlieben sich Leonatos Tochter Hero und Claudio ineinander und planen eine schnelle Hochzeit. Benedikt hingegen hält nicht viel von der Liebe und lässt dies insbesondere auch Leonatos Nichte Beatrice spüren, die sich allerdings wortgewandt zu wehren weiß. Die beiden liefern sich zahlreiche rasante Wortgefechte, ohne dabei ein Blatt vor den Mund zu nehmen...
![]() |
![]() |
![]() |
...
So hat Benedikt beispielsweise ein Idealbild von Frauen, das auch der heutigen Damenwelt wohl nur äußerst schwierig zu vermitteln sein dürfte: „Eine Frau mag klug sein - na und? Eine Frau mag anständig sein - na und? Eine Frau mag schön sein - na schön. Bis nicht alle Vorzüge in einer Frau vereinigt sind, vereinige ich mich mit keiner." Angesichts solcher Vorstellungen scheint es nicht verwunderlich, dass Beatrice sich von ihrem Gegenüber in keiner Weise angezogen fühlt. Trotzdem versuchen Claudio und Hero die Disharmonie zwischen ihren Freunden zu zerstreuen, was ihnen zum Ende hin auch gelingt...
![]() |
![]() |
Bevor das Stück allerdings mit einer Doppelhochzeit versöhnlich endet, fallen Claudio und Hero selbst einer Intrige des Bösewichts Don Juan zum Opfer, die im dramatischen Schlussakt allerdings noch rechtzeitig aufgelöst wird.
![]() |
![]() |
Wer schon einmal ein Werk von Shakespeare gelesen hat, kann sich vorstellen, wie schwierig es ist, die Irrungen und Wirrungen stilgerecht auf die Bühne zu bringen. Dass dies dem Zülpicher Literaturkurs gelungen ist, lag nicht nur an der gekonnten Umsetzung der Schüler, die sich bei der Darstellung ganz nah am Original Shakespeares bewegten. Auch das Bühnenbild und die zeitgemäßen Kostüme hatten ihren Anteil am Erfolg der Vorstellung, den die Zuschauer mit reichlich Applaus belohnten.
Michael Greuel