Literaturkurs der Stufe 12 führte in der Stadthalle das Theaterstück „Der Drache“ auf.

Es schien eine friedliche Szenerie zu sein, die der Literaturkurs des Franken-Gymnasiums in der Zülpicher Stadthalle für sein Theaterstück aufgebaut hatte. Doch der Eindruck täuschte, denn tatsächlich sollten sich dramatische Dinge auf der Bühne abspielen. Auf dem Programm stand „Der Drache“, ein Stück des russischen Schriftstellers Jewgeni Lwowitsch Schwarz. Es besitzt eigentlich alles, was zu einem schönen Märchen gehört: einen bösen Drachen, ein schönes Mädchen und natürlich einen Held. Doch in Schwarz' Werk ist alles etwas anders als erwartet. Er schrieb das Stück 1943 als Parabel auf die Nazityrannei, bis heute hat es nichts von seiner Aktualität verloren, wenn man es auf Diktaturen anwendet. Den jungen Akteuren gelang es vortrefflich, die Stimmung des Stückes auf die Bühne zu bringen... Insgesamt gab es zwei Aufführungen, die sich durch weitestgehend unterschiedliche Besetzungen und zum Teil deutlich verschiedene Interpretationen auszeichneten.
Zur Handlung: Der Ritter Lanzelot kommt in ein Dorf, um die Bewohner von einem Drachen zu befreien. Doch die Leute wollen sich gar nicht befreien lassen. Auch die schöne Jungfrau Elsa, die dem Drachen geopfert werden soll, hält wenig von den Plänen des Helden. Der Ritter fordert den Drachen trotzdem zum Kampf und besiegt ihn. Aber damit ist der Spuk noch nicht vorbei. Ein neuer Drache, in Gestalt der Bürgermeisterin (Freitag) bzw. des Bürgermeisters (Samstag), setzt die Unterdrückung fort. Und wie im richtigen Leben gibt es viele, die nur den eigenen Vorteil im Auge haben und den Mächtigen folgen, und andere, die sich wehren und Menschen wie den Ritter Lanzelot in seinem Kampf unterstützen. Die Schüler setzten die tief gehende Thematik des politischen Märchens gut um.
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...der Ritter Lanzelot war der gute Held (Donat P. bzw. Floyd H.) ... |
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| ...nahezu surreal wirkte es, als der Drachen tötende Held auf der Bühne stand und plötzlich drei „Barbie Girls“ ( Jana J., Sarah Jasmine E. und Michelle F. bzw. Jessica G., Nadine M. und Sabine J.) zum gleichnamigen Plastik-Song auf die Bühne stöckelten... „Wir reden immer weiter; sonst müssten wir heulen“, plappern sie... | ... doch vor allem waren es die militärischen roten Armbinden, die so gar nicht zu knappem Kleid, tiefem Ausschnitt und scheinbar naivem Getue passen wollten... |
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... der Mark erschütternde Schrei, den Sabrina G. (Kim S.) als Drache bereits vor ihrem ersten Auftritt hinter der Bühne erschallen ließ, fuhr wirklich durch Mark und Bein. Befehlend duldete sie keinen Widerspruch ihrer Untergebenen ... Der Drache hat sein Volk fest im Griff. Doch es sind nicht nur die Repressalien des Herrschers bei Ungehorsam – nein, man hat sich einfach an ihn gewöhnt. Schließlich wird er nicht müde, ihnen zu erklären, dass er bereits der Freund ihrer Väter und Großväter war... |
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... doch durch den Mut und die Respektlosigkeit Lanzelots beginnt auch Elsa (Ester E. bzw. Eva B.) bald, sich gegen ihre bevorstehende Opferung als Jungfrau zu wehren... |
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| ...insbesondere aber begeisterten Christian E. bzw. Constance T. als Bürgermeister, der dem Wahnsinn nahe schien, das Publikum. „Ich habe alle Krankheiten der Welt und drei, die noch keiner kennt.“ Stets bewegte er sich an der Grenze zwischen Wahnsinn und wahrer Analyse des Systems. „Menschen oh Menschen, liebet einander. Da siehst du, welch dummes Zeug ich schon rede“, erklärt er seinem Sohn Heinrich, der von Matthias H. / Katharina L. derart in Szene gesetzt wurde, dass sie den Zuschauern dessen zwei Gesichter erst langsam offenbarte. Besonders des Bürgermeisters zeitweilige Bewusstseinsspaltung amüsierte das Publikum... | |
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...Karsten K. (bzw. Sabrina K) konnte als treuer und etwas einfältiger Esel humorvolle Akzente setzen... |
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Die Gesamtverantwortung für die Produktion lag in den Händen von Kerstin Sauer, Dagmar Schönau und Jochen Petermann. Bühnenbild und Technik passten ebenfalls, so dass die Besucher einen gelungenen Theaterabend erlebten. Die Gesangs- und Instrumentalgruppe, die zum Literaturkurs gehört, setzte mit teilweise eigenen Kompositionen stimmige Akzente und unterstützte damit den Grundtenor des Werks. Als besonders gelungen kann man das eigene Stück „Abwarten“ im Sprechgesang-Stil bezeichnen.
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* Text mit Genehmigung aus Fragmenten der Artikel des Kölner Stadtanzeigers (Online-Ausgabe) (mjo) und der Kölner Rundschau (Petra Grebe) vom 15.6.2010 zusammengebaut