Romulus der Große (Hühnerzüchter)

Begeisternde Aufführung des Literaturkurses des Franken-Gymnasiums

Am Mittwoch, dem 22.Juni 2005, wurde nach achtmonatiger Vorarbeit endlich Friedrich Dürrenmatts Komödie "Romulus der Große" unter der Leitung von Ute Flink in der Stadthalle Zülpich aufgeführt. Die Schüler des Literaturkurses des Franken-Gymnasiums Zülpich hatten am vorangegangen Dienstag frühmorgens damit begonnen, die Stadthalle für das Ereignis vorzubereiten und die Bühne zu errichten. Ohne Probleme gelang es ihnen, in Rekordzeit der Stadthalle ein römisches Ambiente zu verleihen.


Nach der anschließenden Generalprobe konnten die Schauspieler sich dann noch einmal knapp zwei Stunden entspannen, bevor dem Publikum der Einlass gewährt wurde. Die Schauspieler präsentierten sich locker, witzig und zeigten Spielfreude.

Michael Leuk als Augustus Romulus, Johannes Welter als Germanenfürst Odoaker, Jens Kanwischer als Zeno, Kaiser von Ostrom und seine beiden Kämmerer Phospho- und Sulphorides (Olga Klassen un d Claudia Eschweiler), Julia (Frau von Romulus; gespielt von Cornelia Dick), Rea (Tochter des Kaisers; Julia Hauke), Ämilian (Römischer Patrizier und Verlobter von Rea; Oliver Schröder), Mares (Kriegsminister; Simone Schmidtke), Tullius Rotundus (Innenminister; Hannah Warrach), Spurius Titus Mamma (Reiterpräfekt; Eva Nießen), Achilles und Pyramus (Kammerdiener; Helen Jahnke und Sonja Hänchen), Apollyon (Kunsthändler; Jens Ohrem), Cäsar Rupf (Industrieller; Betty Schenz), Theoderich (Neffe des Germanenfürsten; Daniel Esser) und weitere Nebenrollen - alle Darsteller gaben an diesem Abend 110%, auch die beiden Hühner (Stefan Gossen, Marc Simons).

Ohne die diversen „stillen Mitarbeiter” hinter dem Vorhang und hinter den Kulissen wäre der schöne Erfolg der eingeschworenen Truppe allerdings nicht möglich gewesen. Dieses waren der Souffleur (Matthias Esser), die Bühnenbauer (Laura Menzler, Therese Bongard, Janine Kazur, Mathias Ojdowski, Frederik Mergen, André Wollenweber, Steffi Esser, David Esser, Rebekka Mahlberg), die Kostümschneiderinnen (Andrea Pütz, Anke Nilgen, Melanie Simons) und der Techniker (Thorsten Kleinert).

Die Komödie in vier Akten handelt von dem weströmischen Kaiser Romulus Augustus, der seit zwanzig Jahren das römische Imperium regieren soll. Die im Drama derzeit herrschende miserable Lage von Rom, welche sich durch das stete Voranschreiten des Feindes (die Germanen) auszeichnet, ruft die Verfechter des Vaterlandes Rom auf den Plan. Die Frau des Kaisers, Julia und sein kaiserlicher Bruder aus Westrom, Zeno der Isaurier, versuchen Romulus dazu zu bewegen, endlich etwas gegen den Erzfeind Odoaker zu unternehmen und das römische Imperium zu retten. Das Lieblingshobby des Kaisers ist allerdings das Hühnerzüchten, was in seinem Leben einen höheren Stellenwert eingenommen hat als das Regieren. Dazu sind die finanziellen Mittel sowie die Soldaten des Staates bis aufs Letzte aufgebraucht. Das Stück entwickelt sich über eine alte Liebe der Tochter des Kaisers zu einem Patrizier in germanischer Gefangenschaft zu einer Kritik an Großmächten und gipfelt im Zusammentreffen des Kaisers und Odoaker, dem Germanenfürsten, wobei der zunächst recht einfältig wirkende Romulus eine durchaus überzeugende Wandlung vom tumben Hühnerzüchter zum erfolgreichen Retter Roms vor den germanischen Barbaren durchmacht.

Die Umsetzung vieler satirischer Elemente in dem Stück gelang den Schauspielern sehr überzeugend. Sie pointierten die Figuren gekonnt und überzeugten mit gelungenen frei erfundenen Szenen, z.B. der, in welcher von einem stadtbekannten Pizzadienst eine Pizza überreicht wurde. Schauspielerische Talente sprachen an diesem Abend aus allen Akteuren. Vor allem Michael Leuk, der die Facetten über "kindisch", "wütend" und "weinend" gekonnt miteinander verband, überzeugte. Das Publikum in der vollbesetzten Stadthalle war nach der knapp dreistündigen Aufführung restlos begeistert und spendete lange Applaus.

Schulleiter Dr. H.-J. Thierfeldt freute sich noch aus einem anderen Grund über das volle Haus und den großen Erfolg: Der Reingewinn des Abends und der Wiederholung der Aufführung im Pädagogischen Zentrum der Schule fließt in vollem Umfang in die Tsunamihilfsaktion der Schülervertretung des Franken-Gymnasiums.

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