Ein Bericht von Elisabeth Mölders
Im Frühherbst bekam ich die Anfrage von den Organisatoren des bundesweiten Streitschlichterkongresses, ob ich bereit sei, mit einem Schülerschlichter einen der 15 geplanten Workshops zu leiten. Bei diesem Kongress, der alle zwei Jahre vom Bundesfamilienministerium initiiert und finanziert wird, bieten „Trainerteams“ aus Schulmediatoren, also Lehrer, und Schülermediatoren aktuelle Themen der Streitschlichtung an, die dann mit den 200 Schlichtern aus dem gesamten Bundesgebiet durchgeführt werden.
Die sehr schönen Erinnerungen an 2005 und auch schon so eine Idee für ein Thema
im Hinterkopf fragte ich Sabine Jung aus der 10b, ob sie den Job der Peer-Trainerin übernehmen wollte. Sie sagte spontan zu und wir begannen mit den Vorbereitungen.
Wir entschieden uns für das Thema:
Mobbing, ein Fall für die Streitschlichtung? Wir „testen“ den Unterstützergruppenansatz
Dieser Ansatz, in der Fachliteratur auch „No-Blame-Approach“ genannt, wurde in den 80iger Jahren des vorigen Jahrhunderts von Barbara Maines und George Robinson in England entwickelt und auch in Folge dort sehr erfolgreich gegen Mobbing eingesetzt.
Die Faszination des Ansatzes liegt darin, dass er - trotz der schwerwiegenden Problematik - vollständig auf Schuldzuweisungen und Bestrafungen verzichtet. Vielmehr wird der Teufelskreis der Mobbinghandlungen dadurch unterbrochen, dass Anführer und Mitläufer in die Lösung des Mobbingproblems einbezogen werden. Somit ist er ein praktischer Interventions - und Handlungsansatz für die Schule, um Mobbing unter Schülern innerhalb kurzer Zeit zu beenden.
Seine Anwendung hatte mich schon lange fasziniert. Seine Nähe zur Mediation, die Möglichkeit, Bausteine aus der Mediation anwenden zu können, hatten meine Kollegin Dr. Victoria Caesar und mich motiviert ein Konzept zu entwickeln, diesen Ansatz ganz konkret auf schulische Belange anzupassen. Erstmalig führten wir dazu im Frühjahr 2007 eine Lehrerfortbildung an der Thomas-Morus-Akademie in Bensberg durch, die von Kollegen so stark nachgefragt wurde, dass wir sie in diesem Jahr in erweiterter Form wiederholen werden.
Sabine und mich reizte nun die Aufgabe, diesen Ansatz mit erfahrenen Schülerschlichtern zu testen, vor dem Hintergrund unserer unmittelbaren Erfahrungen aus dem Schulalltag.
Tatsache ist:
Was waren die Ziele für unseren Workshop?
Wir waren gespannt darauf, unsere Erfahrungen zu diesem Thema mit anderen Schlichtern auszutauschen, voneinander zu profitieren.
Wir wollten den Teilnehmern den Unterstützergruppenansatz und darauf aufbauend unser Arbeitskonzept vorstellen.
Wir wollten dieses Konzept in Rollenspielen mit den anderen Streitschlichtern „testen“, darüber diskutieren und es weiter entwickeln, damit wir eine tragfähige Arbeitskonzeption mit nach Hause nehmen konnten für unsere praktische Arbeit an unserer jeweiligen Schule vor Ort.
Sabine gestaltete unser Plakat:

Am Freitag, dem 30.11.2007 , nachdem Sabine ihre Lateinarbeit geschrieben hatte, machte wir uns auf den Weg, mit vielen Ideen, einer Menge Lampenfieber...
In Geseke angekommen trafen wir auf viele Gleichgesinnte, aber auch auf unser erstes Problem. Wir sollten den Workshop rappend vorstellen. Also musste noch schnell ein Rap „gestrickt“ werden, was dank Sabines unermüdlichem Einsatz dann auch noch klappte.

Mit 18 Teilnehmern waren wir der größte Workshop.
Freitag Abend, der ganze Samstag und der Sonntag Vormittag standen ganz im Zeichen unserer Arbeit am Thema.
Im Workshop aber auch in der Freizeit, gab es genügend Raum, sich kennen zu lernen, Erfahrungen auszutauschen, miteinander ins Gespräch zu kommen, miteinander zu lachen, Spaß zu haben..
Bilder sagen da mehr als Worte:
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Unsere Mitte:

Das Gestalten der Kiste für die Präsentation (Während die Außenseiten mit Thesen zum Thema Mobbing beschriftet wurden, legten die Teilnehmer „Einzelerfahrungen“ und „Wünsche zum Thema“ in die Kiste.):
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Unser gruppeninternes Feed-Back:
Die Kommentare ....

Als letztes präsentierten wir unsere Ergebnisse in der Turnhalle, diesmal sogar mit Rap:
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Sonntag Mittag ging es heimwärts. Wir „schlugen unsere letzte Schlacht“, die Regenschlacht auf der Autobahn.
Wir waren im positiven Sinne erschöpft, angefüllt mit neuen Erfahrungen, neuen Ideen und motiviert, diese in die Tat umzusetzen.
Bis in zwei Jahren.....