| In einer rund zweieinhalbstündigen, abwechslungsreich gestalteten Feier in der Stadthalle Zülpich wurde der Schulleiter des Franken-Gymnasiums, Dr. Hans-Joachim Thierfeldt, in den Ruhestand verabschiedet. Nach der schwungvollen Einführung in die Feierstunde durch die Bigband des Franken-Gymnasiums, Garfield`s Crew unter der Leitung von Jochen Petermann, und der Begrüßung durch den stellvertretenden Schulleiter, Rolf Westhofen überreichte die offizielle Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand, wie es im Amtsdeutsch heißt, der zuständige Dezernent der Bezirksregierung, Paul Palmen. Dieser hatte zuvor den beruflichen Werdegang des Schulleiters nachgezeichnet und dabei sein Engagement in vielen verschiedenen Bereichen des Schullebens hervorgehoben. Nach dem Studium der Biologie und Anglistik an der Universität Bonn promovierte Thierfeldt, bevor er 1974 in den Schuldienst eintrat. Als Fachleiter an den Studienseminaren Jülich und Bonn bildete er schließlich Referendare aus und machte sich als Autor von Schulbüchern und bei der Entwicklung von Lehrplänen einen Namen. 1995 übernahm er dann den Posten des stellvertretenden Schulleiters am Franken-Gymnasium, bis er schließlich 1999 zum Schulleiter ernannt wurde.Seine Amtszeit zeichnet sich vor allem durch die Einrichtung des bilingualen deutsch-englischen Zuges aus, doch, wie vor | ![]() |
allem H.-J. Bongard, der Vorsitzende des Fördervereins
der Schule, hervorhob, gehen viele weitere Verdienste auf das Konto des engagierten Schulleiters.
Namentlich wurde die Installation der Photovoltaikanlage, die Einrichtung diverser Multimedia-Räume, das seit mehreren Jahren erscheinende aufwändige Jahrbuch der Schule und die deutliche Belebung des Fördervereins genannt, letzteres wird eindrucksvoll durch den sprunghaften Anstieg der Mitgliederzahl auf nunmehr 600 belegt.
Der Bürgermeister der Stadt Zülpich, Albert Bergmann, lobte Thierfeldts Musterkarriere als „Pauker“ und äußerte Bedauern über die Entscheidung des Schulleiters, bereits mit 63 Jahren in den vorzeitigen Ruhestand zu treten. Er würdigte die über die Jahre durchgehend gute Zusammenarbeit zwischen der Schule und der Stadt Zülpich als Schulträger. Bereits in seinem ersten Jahr als Schulleiter habe Dr. Thierfeldt von sich reden gemacht, als er die Verschönerung der Klassenräume durch Schüler und Eltern anregte. Die anfängliche Skepsis der Zülpicher Handwerker sei schnell ausgeräumt worden, und das ehrenamtliche Engagement der Eltern- und Schülerschaft inzwischen eine Selbstverständlichkeit in vielen Bereichen der Schule, wie Bergmann lobend hervorhob. |
Das Engagement von Dr. Thierfeldt auch außerhalb von Zülpich im Rahmen der Bezirksdirektorenkonferenz stellte Josef van de Gey in einer sehr kurzweiligen und humorvollen Rede dar. Er beschrieb den scheidenden Schulleiter als einen Liebhaber des offenen Wortes, der kritisch hinterfragt und sich nie scheut, dies auch zu seiner Maxime bei Vorgaben der Landesregierung und zu viel Bürokratismus zu machen.
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Lobende Worte zum Abschied kamen auch von H.-J. Küpper als Vertreter der Zülpicher Schulleiter, der Elternvertreterin Dr. M. Herzog, die Thierfeldt in den Stand des „Denkmals“ erhob und mit der entsprechenden Plakette würdigte, und dem Schülersprecher Oliver Schröder. Dieser dankte im Namen der Schülerschaft für die Offenheit des Schulleiters der Schülerschaft gegenüber. Im Abschiedsgeschenk zeigte sich, dass diese Nähe bei den Schülerinnen und Schülern Spuren hinterlassen hat. Dr. Thierfeldt wurde ein selbstgestaltetes Buch überreicht, in dem sich alle Klassen sehr fantasievoll mit Gedichten, selbst gemalten Bildern und eigenen Texten von ihrem langjährigen Schulleiter verabschiedeten. Dass Thierfeldt ein Pädagoge mit Leib und Seele ist, äußerte sich zum einen in seiner Freude über dieses sehr persönliche Geschenk, zum anderen in seiner spontanen Reaktion auf die nächste musikalische Darbietung. Die Klasse 6d sang das schottische Abschiedslied „Should Auld Acquaintance Be Forgot“ und rührte damit nicht nur den scheidenden Schulleiter. Der ließ es sich dann auch nicht nehmen, spontan auf die Bühne zu gehen und aus seiner großen Wundertüte Süßigkeiten zum Dank an seine Klasse zu verteilen.

Im Namen des Kollegiums verabschiedete sich Helmut Dewitt und stellte Thierfeldts Eigenschaften in den Mittelpunkt seiner Rede. Er charakterisierte ihn als einen Schulleiter, der sich vor allem seine Fähigkeit bewahrt habe, auf andere einzugehen. Er habe das Prinzip einer fordernden und fördernden Schulleitung vertreten und habe, wie auch der stellvertretende Schulleiter, Rolf Westhofen, bereits betont hatte, jedem einzelnen Kollegen Selbstständigkeit und gestalterische Freiheit im jeweiligen Verantwortungsbereich ermöglicht.
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Manchmal habe sich das Bild des Zoodirektors geradezu aufgedrängt, wenn so viele Individuen in den unterschiedlichen Gremien zu „bändigen“ gewesen seien. Dennoch sei Menschlichkeit für den Schulleiter immer das höchste Gut geblieben und er habe sich als humorvoller Ratgeber und tatkräftiger Leiter gezeigt.
Als letzter Redner trat der Schulleiter selber an das Pult und formulierte seinen persönlichen Rückblick auf elf Dienstjahre am Franken-Gymnasium. Er dankte allen Vorrednern für die anerkennenden Worte, sei sich aber bewusst darüber, dass seine Amtszeit sicherlich auch Anlass zur Kritik gegeben habe und merkte selbstkritisch an, dass er ungewollt auch verletzt habe. Er dankte allen am Schulleben Beteiligten, insbesondere den zuständigen Dezernenten der Bezirksregierung, seinem Stellvertreter und seinen Mitarbeitern in der Verwaltung, auf die er sich stets habe verlassen können und die ihm dadurch erst ermöglicht hätten, sich in die Position des Schulleiters einzufinden. Natürlich blicke er mit ein wenig Wehmut zurück, da viele persönliche Bindungen in seinem Berufsleben entstanden seien, doch habe er seinen Entschluss, in den Ruhestand einzutreten, niemals bereut. Thierfeldt bekannte, dass er sich auf ein Leben ohne Termin- und Reformdruck freue und sich seinen größten Hobbys, seine Hunde sowie das Fotografieren, widmen wolle. Außerdem sei auch das Familienleben in den vergangenen Jahren häufig zu kurz gekommen, sodass sein Blick erwartungsfroh in die Zukunft gehe. Unter dem Beifall und stehenden Ovationen beendete Herr Dr. Thierfeldt seine Rede mit den Worten, die seine Mitteilungen im Schulalltag prägten: „Ende der Durchsage“.
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Nach einem musikalischen Reisevorschlag für den Ruhestand, "Route 66", durch die Big Band, klang die Feier mit einem Büffet aus, bei dem sich die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch bot mit den vielen Gästen aus den Dienstjahren des scheidenden Schulleiters. Natürlich wurden von Thierfeldt auch die übrigen Schüler, die zum Gelingen dieser Feier durch ihre musikalischen Einlagen beigetragen hatten, Julia und Leon Ernst, Lea Wintz sowie alle Mitglieder der Big Band, ebenfalls aus der großen Wundertüte bedacht.